Wegen Sperre: EU-Gerichtshof spricht Pechstein Geld zu, doch die Eisschnellläuferin will mehr

Berlin/Straßburg - Seit mittlerweile fast zehn Jahren wehrt sich die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (46) gegen eine einst gegen sie verhängte Sperre. Doch ihr wohl wichtigstes Argument hat den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nur zum Teil überzeugt.

Claudia Pechstein will sich nicht geschlagen geben und prüft mit ihren Anwalt weitere Rechtsmittel.
Claudia Pechstein will sich nicht geschlagen geben und prüft mit ihren Anwalt weitere Rechtsmittel.  © DPA

Das Gericht attestierte dem CAS am Dienstag in dem Fall keinen Mangel an Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit. Damit hat Pechstein mit ihrer Beschwerde vor dem Straßburger Gericht eine Teilniederlage erfahren.

Dennoch wertet Pechstein die Entscheidung als Erfolg, weil ihr die Straßburger Richter 8000 Euro Entschädigung zugebilligt hatten (TAG24 berichtete), da ihr der CAS keine öffentliche Anhörung in ihrem Verfahren gewährt habe. "Nach acht Jahren habe ich heute bestätigt bekommen, dass ich kein faires Verfahren hatte", sagte Pechstein - die aber nun mehr will.

Die Ost-Berlinerin wird aller Voraussicht nach Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in ihrem Fall einlegen, wie ihr Anwalt Simon Bergmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Natürlich müssen wir das 64 Seiten umfassende Urteil zunächst gründlich studieren. Aber die Tendenz ist klar: Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen", sagte Bergmann.

Die 46 Jahre alte Berlinerin hatte sich im Jahr 2009 vor dem CAS gegen eine zweijährige Sperre wegen auffälliger Blutwerte gewehrt, die sie auf eine geerbte Blutanomalie zurückführt. Der CAS bestätigte die Strafe jedoch. Pechstein hatte in Straßburg geltend gemacht, dass der Sportgerichtshof weder unabhängig noch unparteiisch sei.

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