Sperrstunde in Leipzig: Nachtschwärmern wird Riegel vorgeschoben

Das Ordnungsamt informierte das IfZ Anfang Juni darüber, dass mehrere Lautstärkebeschwerden vorlägen. (Symbolbild)
Das Ordnungsamt informierte das IfZ Anfang Juni darüber, dass mehrere Lautstärkebeschwerden vorlägen. (Symbolbild)

Leipzig - "An guten Tagen atmet die City mediterranes Flair. [...] in Clubs und Diskotheken drängen sich zu später Stunde die Amüsierwilligen. Und das Beste: Das junge Leipziger Nachtleben kennt keine Sperrstunden" - So wirbt eine offizielle Leipziger Imagebroschüre für das "Neue Berlin", "Klein-Paris" oder auch "Hypezig", wie die Stadt an der Pleiße mittlerweile liebevoll genannt und geneckt wird.

Doch mit dem lustig-lockeren Flair und den durchzechten Nächten ist jetzt Schluss! Der derzeit angesagteste Technoclub der Region, das "Institut für Zukunft", hat eine Sperrstunde eingeführt. Zwischen 5 und 6 Uhr morgens verebben die derben Beats, die normalerweise aus den altehrwürdigen Hallen des Kohlrabizirkus' dringen.

Begründet wurde die "Nachtruhe" mit zahlreichen Beschwerden, die ein Anwohner an das Leipziger Ordnungsamt leitete. Ihm waren die Elektro-Beats am Wochenende zu laut. Für alle, die noch nicht in dem Club im Leipziger Südosten feiern gewesen sind: Im IfZ tanzt man auch schon mal von Freitagabend bis Sonntagmittag durch. Draußen ist davon bis auf ein leises Wummern nichts zu hören. Oder waren die Nachtschwärmer vor der Tür das eigentliche Problem?

Auf Facebook gingen bereits zahlreiche Vorschläge ein, womit sich die Besucher, die um zur Sperrstunde noch nicht nach Hause gehen wollen, die Zeit zwischen 5 und 6 Uhr vertreiben könnten. Die einen schlagen Speed-Dating vor, die anderen eine Yoga-Runde.

Doch Spaß beiseite. Diese Vorschläge sind nur ein schwacher Trost für die Betreiber des Clubs, die nun Angst haben müssen, dass die Besucher wegbleiben oder sich eine andere Location zum Feiern suchen. Denn ironischerweise gilt die Sperrstunde nur für das IfZ - in der Distillery nebenan, dem unweit entfernten Conne Island und allen anderen Clubs der Stadt kann nach wie vor die Nacht zum Tag gemacht werden.

Das Institut für Zukunft hingegen sieht sich nun vor einer Mammutaufgabe: Es wird in den nächsten Wochen versuchen, den Streit mit Ordnungsamt und Anwohnern zu schlichten. Die Angst steht im Raum, dass es dem erst drei Jahre alten IfZ ergehen könnte, wie einst dem SWEAT!-Club auf der benachbarten Karl-Liebknecht-Straße. Auch der hatte Probleme mit dem Ordnungsamt, machte vor ein paar Jahren letztlich sogar die Schotten dicht.

Doch im IfZ heißt es vorerst weiterhin: Carpe noctem! Denn ab 6 Uhr darf die Party ja wieder steigen.


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