Paris-Attentäter hatten Kontakte nach Deutschland

Terrorist Abdelhamid Abaaoud pflegte Kontakte nach Deutschland.
Terrorist Abdelhamid Abaaoud pflegte Kontakte nach Deutschland.

Paris - Der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Attentate, Abdelhamid Abaaoud, hielt sich mehrfach in Deutschland auf. Nach Informationen des SPIEGEL hatte der Terrorist enge Verbindungen zu Islamisten aus Nordrhein-Westfalen.

Wie das Magazin berichtet, pflegten Abaaoud und seine Mitstreiter enge Kontakte zur sogenannten Lohberger Brigade, eine Gruppe junger Männer aus Dinslaken. Die deutschen Islamisten waren 2013 nach Syrien in den Dschihad gezogen.

Laut SPIEGEL wohnten Abaaoud und seine Mitstreiter bereits im Frühjahr 2014 im nordsyrischen Asas zusammen mit einigen Mitgliedern der "Lohberger Brigade" im selben Haus.

Im Februar 2014 sollen Abaaouds Gruppe und Mustafa K., Mitglied der Lohberger Brigade, vor derselben Statue im Stadtzentrum von Asas mit abgeschlagenen Köpfen für Fotos posiert haben.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kann keine Verbindungen zwischen Deutschland und den Anschlägen in Frankreich nachweisen.
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kann keine Verbindungen zwischen Deutschland und den Anschlägen in Frankreich nachweisen.

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach Angaben von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) dagegen keine Verbindungen zwischen Deutschland und den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich nachweisen können.

"Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gibt es keinen Bezug zwischen Deutschland und den Anschlägen in Paris", sagte Maas der "Welt am Sonntag". Die Ermittlungsbehörden gingen aber weiter allen Hinweisen nach.

So prüft die Stuttgarter Staatsanwaltschaft den Verdacht, ob ein Zusammenhang zwischen den Attentaten und der Lieferung von vier Sturmgewehren aus Baden-Württemberg an eine Pariser Lieferadresse besteht.

Obwohl die Bedrohungslage ernst und Deutschland potenzielles Anschlagsziel sei, lehnte Maas Forderungen aus den Reihen der Union nach strengeren Sicherheitsgesetzen ab.

"Wir haben in Deutschland bereits ein äußerst scharfes Terrorismusstrafrecht. Deswegen sind wir uns in der Bundesregierung einig, dass die erst vor kurzem beschlossenen Verschärfungen konsequent angewendet werden sollen", sagte er.

Fotos: dpa (2)


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