Brutale Ausschreitungen in der Champions League: Spielabbruch!

Santos - Zustände wie im Bürgerkrieg! In der südamerikanischen Champions League musste das Achtelfinal-Rückspiel zwischen dem brasilianischen Vertreter FC Santos und dem argentinischen Verein Club Atlético Independiente im Estádio Urbano Caldeira abgebrochen werden.

Polizisten dreschen auf Santos-Anhänger ein.
Polizisten dreschen auf Santos-Anhänger ein.  © Screenshot/YouTube

Der Grund: Die Zuschauer drehten völlig durch. Beim Stand von 0:0 musste das Spiel in der 82. Minute unterbrochen werden.

Denn es waren laute Knalle zu hören. Große Böller wurden an den Spielfeldrand geworfen und explodierten dort, wie ein Video zeigt.

Später landeten bengalische Fackeln sogar auf dem Feld.

Außerdem übersprangen Anhänger zu Hunderten die Balustraden und traten auf einen Zaun ein, der sie vom Spielfeld trennte.

Die Polizei ging rigoros gegen die Randalierer vor und drosch mit Schlagstöcken auf die Aufrührer ein.

Da sich die Situation auch nach mehreren Minuten noch überhaupt nicht beruhigt hatte, sah sich der Schiedsrichter dazu gezwungen, das Spiel abzubrechen.

Die heißblütigen Santos-Anhänger waren schon vor dem Spiel außer sich. Denn obwohl das Hinspiel in Argentinien sportlich 0:0 ausgegangen war, was für die Brasilianer eine gute Ausgangsposition gewesen wäre, wurde es am grünen Tisch nur Stunden vor Rückspiel-Beginn mit 3:0 für Independiente gewertet, wie Goal.com berichtet.

Die Santos-Anhänger haben die Balustrade überwunden. Nur ein wackliger Zaun und ein paar wenige Polizisten trennen sie noch vom Spielfeld.
Die Santos-Anhänger haben die Balustrade überwunden. Nur ein wackliger Zaun und ein paar wenige Polizisten trennen sie noch vom Spielfeld.  © Screenshot/YouTube

Der uruguayische WM-Teilnehmer von 2018, Carlos Sanchez, war unbeabsichtigt dafür verantwortlich.

2015, als er für River Plate Buenos Aires spielte, hatte er in der Copa Sudamericana Ende November eine Rote Karte bekommen und seine Sperre von damals noch nicht vollständig abgesessen, wie die südamerikanische Fußball-Konföderation CONMEBOL bestätigte, nachdem sie von Club-Verantwortlichen von Independiente darauf aufmerksam gemacht wurden.

Er hätte demnach im Hinspiel aussetzen müssen.

Santos nannte diese Entscheidung in einem Statement "beschämend."

Weiterhin warf der Ausbildungsverein von Neymar und Pelé dem Verband vor, den brasilianischen Clubs bewusst zu schaden und forderte die anderen brasilianischen Vereine deshalb auf, sich zu vereinen und gegen CONMEBOL zu stellen.

Auch wegen dieser Aussagen war die Atmosphäre im gut gefüllten Rund vor und während des Spiels äußerst hitzig.

Als sich abzeichnete, dass Santos das 0:3 nicht mehr würde aufholen können, brannten erst einigen, dann immer mehr Zuschauern die Sicherungen durch.

Die Spieler gingen mit ein wenig Abstand dennoch in die Kurve und bedankten sich für die Unterstützung zuvor.

Zwar steht die nächste Entscheidung von CONMEBOL noch aus, es ist aber sehr wahrscheinlich, dass auch das Rückspiel gegen Santos gewertet wird und der brasilianische Traditionsverein damit aus dem Wettbewerb rausfliegt.


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