Wut über Abstieg: Chaoten sorgen für Spielabbruch und beschimpfen eigenes Team!

Luzern (Schweiz) - Abstoßende Bilder in der Schweizer Raiffeisen Super League! Der Abstieg des Traditionsvereins Grashopper Club Zürich stand so gut wie fest, als in der 68. Minute GC-Anhänger aus ihrem Block aufs Spielfeld kletterten und für eine Spielunterbrechung sorgten.

Anhänger des Grashopper Club Zürich sorgten für einen Spielabbruch.
Anhänger des Grashopper Club Zürich sorgten für einen Spielabbruch.  © imago images/Geisser

Ihr Team lag aussichtslos mit 0:4 beim FC Luzern hinten und stand vor dem sportlichen Abgrund.

Schiedsrichter Alessandro Dudic schickte die Teams in die Kabinen und wartete darauf, dass sich die Lage wieder beruhigte. Dazu kam es aber vorerst nicht.

Die gut vierzig meist vermummten Anhänger forderten ihre Mannschaft vom Spielfeldrand auf, sich ihnen zu stellen, berichtet die "Neue Züricher Zeitung".

Nur Torwart Heinz Lindner (ehemals Eintracht Frankfurt) und Präsident Stephan Rietiker gingen zu den aufgebrachten "Fans", die von den Spielern verlangt haben sollen, dass sich jeder einzelne vor ihnen auszieht, seine Hose und sein Trikot abgibt und in Unterwäsche zurück in die Kabine läuft.

Lindner und Rietiker wurden von vielen schwer ausgerüsteten Polizisten und Sicherheitsleuten beschützt.

Die Anhänger demonstrierten ihre viel zu große Macht und sorgten für den Spielabbruch, weil sie sich auch 22 Minuten später noch im Innenraum befanden. Um die Spieler zu schützen, brach Dudic die Begegnung deshalb ab.

Hässliche Szenen!

Schwer gepanzerte Polizisten waren im Einsatz, um eine Eskalation zu verhindern.
Schwer gepanzerte Polizisten waren im Einsatz, um eine Eskalation zu verhindern.  © imago images/Geisser

Anschließend wurde es noch schlimmer. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, gingen die Kicker zu den Vermummten, händigten ihnen ihre Trikots aus, wurden geschubst, beschimpft und angeschrien.

Lindner antwortete laut der Schweizer Zeitung auf die Frage, ob das nicht eine Demütigung gewesen sein: "Wenn die Aktion dazu beiträgt, Gewalt und Ausschreitungen zu verhindern, dann ist es egal, dass es entwürdigend ist. Dann mache ich das."

Denn nachdem die Spieler ihre Trikots ausgehändigt hatten, zogen sich die Anhänger wieder in ihren Block zurück.

Diese waren erst vor wenigen Wochen negativ aufgefallen, als sie bengalische Fackeln auf die eigene Mannschaft warfen und auch diese Partie damals abgebrochen werden musste (TAG24 berichtete).

Die Grashoppers stehen nun vor einem Scherbenhaufen. Der erste Abstieg seit 70 (!) Jahren trifft den Verein bis ins Mark. Gerade defensiv war die Qualität aber einfach zu gering, um in der ersten Schweizer Liga bestehen zu können.

Nur 24 Punkte aus 32 Spielen bei einem Torverhältnis von 28:55 (ohne die vier Gegentreffer in Luzern) sprechen eine deutliche Sprache.

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