Brutale Hooligans sorgen für Spielabbruch im Derby

Athen - Der nächste Eklat! Nach dem Skandal in der Schweiz (TAG24 berichtete) folgte nur wenige Stunden später in Griechenland der nächste Spielabbruch.

Zuschauer stürmen den Innenraum des Olympiako Stadio Athinas Spyros Louis.
Zuschauer stürmen den Innenraum des Olympiako Stadio Athinas Spyros Louis.  © DPA

Beim seit jeher brisanten Derby zwischen Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus musste der deutsche Schiedsrichter Marco Fritz die Begegnung in der 70. Minute beim Stand von 1:0 für die Gäste abbrechen.

Das Unheil hatte mit randalierenden Hooligans seinen Lauf genommen, die bereits nach knapp fünf Minuten für eine erste Unterbrechung sorgten, weil sie den Innenraum gestürmt hatten und Menschen auf der Trainerbank von Olympiakos attackierten.

Erst nach zehn Minuten hatte die Polizei die Lage soweit beruhigt, dass Fritz die Partie wieder anpfeifen- und weiterspielen lassen konnte. So gab es insgesamt 13 Minuten Nachspielzeit im ersten Abschnitt.

Dazu wurde viel Pyrotechnik gezündet, was in Griechenland allerdings nicht unüblich ist. Auch Banner und Plakate wurden abgefackelt.

Als wäre all das noch nicht genug, lieferten sich Hooligans außerhalb des Olympiako Stadio Athinas Spyros Louis in Athen auch noch Zusammenstöße mit der Polizei, die daraufhin Tränengas einsetzte.

Durch den Wind wurde es in das Stadion geweht, was zur Folge hatte, dass Tausende Fans von den Tribünen in den Innenraum nahe des Spielfelds flohen.

Vermummte Panathinaikos-Randalierer verbrennen ein Banner von Olympiakos Piräus.
Vermummte Panathinaikos-Randalierer verbrennen ein Banner von Olympiakos Piräus.  © DPA

Deshalb musste Fritz das Match erneut unterbrechen. Er soll die Verantwortlichen laut der Nachrichtenagentur AFP angehalten haben, das Stadion zu räumen.

Als das nach über einer Stunde noch immer nicht geschehen war, entschied er sich aufgrund von Sicherheitsbedenken dafür, das Spiel endgültig abzubrechen.

Dass ein ausländischer Top-Schiedsrichter dieses wichtige Duell leitete, ist in Griechenland übrigens häufig der Fall.

Nun dürfte sich ein Sportgericht mit dem Fall befassen. Wahrscheinlich wird Panathinaikos zum Verlierer erklärt, im Raum stehen auch eine Geldstrafe und ein Punktabzug.

Dieser neuerlicher Gewaltausbruch ist nicht der erste Vorfall dieser Art im griechischen Fußball. Erst im letzten Jahr wurde die Meisterschaft nach Ausschreitungen gleich für mehrere Wochen unterbrochen.

Bevor es zum Abbruch kam, war Olympiakos um die früheren Bundesliga-Spieler Kostas Fortounis (1. FC Kaiserslautern) und Omar Elabdellaoui (Eintracht Braunschweig) wenig überraschend die dominierende Mannschaft und lag durch einen Treffer des spanischen Mittelstürmers Miguel Ángel Guerrero seit der 53. Minute mit 1:0 vorne.

Piräus ist weiterhin Tabellenzweiter, während Panathinaikos nur auf einem enttäuschenden siebten Platz steht und damit eine unbefriedigende Saison spielt.

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