Nach Spielabsage in Dresden: HSV-Trainer Titz sorgt sich um die Gesellschaft

Hamburg - Die Absage des Spiels zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV am Samstag hat große Nachdenklichkeit bei HSV-Trainer Christian Titz ausgelöst.

Christian Titz hat die Spielabsage gegen Dynamo Dresden nachdenklich gemacht.
Christian Titz hat die Spielabsage gegen Dynamo Dresden nachdenklich gemacht.  © DPA

"Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der in einem Land lebt, in dem er sich sehr wohlfühlt. Und ich habe mich in dem Land auch immer sehr wohlgefühlt, weil hier Menschen in ihren Rechten geschützt werden", sagte der Caoch am Sonntag, nachdem seine Mannschaft unverrichteter Dinge aus Sachsen wieder nach Hamburg zurückgekehrt war.

"Ich finde es wichtig, dass die Sicherheit der Menschen, die vor Ort sind, gewährleistet ist. Und ich finde es bedenklich, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo Menschen ermordet oder Menschen gejagt werden. So etwas möchte ich in unserer Gesellschaft nicht haben", erklärte Titz besorgt. "Ich möchte mich in einem Land bewegen, wo Sicherheit herrscht. Darüber sollten wir uns alle Gedanken machen."

Dass ein Spiel spät abgesagt wurde, weil man vielleicht nicht frühzeitig reagiert habe, sei das eine, meinte Titz. Aber die Sicherheit der Menschen geht vor. "Und die sollten wir dauerhaft beachten", betonte der Coach.

Weil zahlreiche Fans der Hamburger nach Dresden gereist waren und erhebliche Ausgaben hatten, bietet der HSV ihnen nun Hilfe an. "Die komplette Mannschaft hat entschieden, dass sie Geld sammeln wird. Dieses Geld wird dann den Fans übergeben, die sich entscheiden können, wie das Geld am sinnvollsten eingesetzt wird, so dass es für den einen oder anderen eine Hilfe sein kann", sagte Titz (TAG24 berichtete).

Der 47 Jahre alte Coach drängt auf eine schnelle Neuansetzung des Spiels in Dresden. "Ich will die Absage aus sportlicher Sicht nicht überbewerten. Aber klar ist, dass wir so schnell wie möglich das Nachholspiel wollen. Damit wir punktemäßig keinem Abstand hinterherlaufen, für den wir nichts können", sagte er mit Blick auf die Tabelle.

Die Hamburger hätten auch gern schon am Sonntag oder Montag gespielt. Das war aber nicht möglich.


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