Müder Kick im Wetter-Chaos: Eintracht vergibt nächste Big Points gegen Hertha BSC

Frankfurt am Main - Für Eintracht Frankfurt ist es in dieser Spielzeit mittlerweile Routine: In die schillernden Europa League-Nächte mischt sich der fast schon graue Bundesliga-Alltag. Gegen den in der Tabelle abgeschlagenen Hauptstadt-Klub Hertha BSC sollte trotz allem mit höchster Konzentration der Grundstein für die kommende Saison gelegt werden. Mit dem 0:0 (0:0) haben die Frankfurter weitere Big Points im Kampf um die Königsklasse liegen gelassen.

Verbissener Kampf um jeden Ball: Frankfurts Filip Kostic (Re.) und der Berliner Per Skjelbred im Duell auf regennassem Geläuf.
Verbissener Kampf um jeden Ball: Frankfurts Filip Kostic (Re.) und der Berliner Per Skjelbred im Duell auf regennassem Geläuf.  © DPA

Wie schon in den vergangenen Wochen war die Commerzbank Arena ausverkauft. Somit fanden sich 51.500 Zuschauer ein, um einen möglichen weiteren Schritt der Eintracht in Richtung Champions League-Qualifikation zu bejubeln. Lediglich der Wettergott meinte es am Samstagnachmittag nicht allzu gut mit den Akteuren auf dem Platz.

Nur etwa 13 Grad und ein Wolken-Sonnen-Misch-Masch am Himmel samt heftigen Regenschauern trübten das Fußball-Fest. Keine Tore, dafür aber einen Platzverweis gab es für die Zuschauer in einem müden Kick zu sehen. In der 81. Spielminute sah Lukas Klünter Gelb-Rot.

Bei Coach Adi Hütter herrschten personell gleichermaßen Freud und Leid. Zwar laboriert Stürmer Sebastién Haller weiterhin an einer Bauchmuskelverletzung. Dafür konnte "Eisen-Hinti", Martin Hinteregger wieder mitmischen.

Der Österreicher rückte für Simon Falette in die Startelf. Darüber hinaus ersetzten Gelson Fernandes, Jonathan de Guzmán und Ante Rebic die in Wolfsburg gestarteten Goncalo Paciencia, Lucas Torro und Mijat Gacinovic.

Nach zehn gespielten Minuten stellten die Wasserspiele vom Frankfurter Himmel noch das einzige Highlight dar. Vor den Toren beider Teams passierte in der Anfangsphase nur wenig. Im Mitelpunkt standen bis dahin eher kleinere Nicklichkeiten, die Schiedsrichter Sven Jablonski jedoch umgehend unterband.

Der erste Durchgang war von verbissenen Zweikämpfen, wie hier zwischen Vedad Ibisevic (Li.) und Eintrachts Gelson Fernandes, geprägt.
Der erste Durchgang war von verbissenen Zweikämpfen, wie hier zwischen Vedad Ibisevic (Li.) und Eintrachts Gelson Fernandes, geprägt.  © DPA

Den Adlerträgern fehlte es in ihren Bemühungen nach vorne vor allem an der nötigen Präzision. Doch auch den Gästen fehlten im Offensivspiel Kreativität und Durchschlagskraft.

Auch im weiteren Verlauf gab es nur halbgare Torversuche zu bestaunen. Auf einen Schuss von Rebic, den Hertha-Keeper Rune Jarstein im Nachfassen sicherte (22.), folgte ein Disanzschuss von Ondrej Duda, den Kevin Trapp zur Ecke abwehren konnte (24.).

Wenig später hatte die Eintracht mächtig Glück. Nach mäßig gutem Zweikampf vertändelte Hinteregger die Kugel, was eine gefährliche Flanke der Herthaner in den Strafraum ermöglichte. Doch der freistehende Vedad Ibisevic setzte das Leder per Kopf am Tor vorbei (28.).

Nach einem Freistoß von de Guzmán hatte das gesamte Stadion (ausgenommen die Hertha-Anhänger) wohl bereits den Torschrei auf den Lippen. Über Jovic gelangte das Spielgerät fünf Meter vor dem Kasten zu Rebic, doch dessen Abschluss entschärfte Jarstein mit einer wahren Glanztat (32.).

Jetzt hatte die Eintracht sprichwörtlich Blut geleckt und drängte auf die Führung. Die nächste Chance hatte de Guzmán, der eine Rebic-Flanke völlig freistehend meterweit über das Tor setzte (34.). Doch auch die verschärften Offensiv-Bemühungen der Hessen nützten nichts - mit einem 0:0 ging es in die Kabinen.

Auch der eingewechselte Jetro Willems (Li.) brachte nicht den gewünschten Schwung ins Spiel der Eintracht.
Auch der eingewechselte Jetro Willems (Li.) brachte nicht den gewünschten Schwung ins Spiel der Eintracht.  © DPA

Mit einer personellen Veränderung - Torro ersetzte Fernandes - begann Durchgang Nummer zwei. Den besseren Start legten dabei die Mannen von Coach Pal Dardai hin. Einen Distanzschuss von Karim Rekik lenkte Trapp in höchster Not zur Ecke (57.).

Um frischen Wind in das Spiel seiner ausgelaugt wirkenden Mannschaft zu bekommen tauschte Hütter erneut: Jetro Willems kam für Sebastian Rode (62.). Weitere zähe Minuten ohne wirkliche Chancen gingen ins Lande, als de Guzmán nach toller Kombination erneut einen Schuss im Strafraum in die Wolken setzte (73.).

Die Schlussphase setzte Hütter nochmals alles auf eine Karte, brachte Paciencia für de Guzmán. Darüber hinaus sah Klünter die zweite gelbe Karte und musste somit vom Platz - die Eintracht somit in Überzahl (81.). Diese konnten die Mannen vom Stadtwald jedoch trotz Mega-Support von den Rängen nicht nutzen. Am Ende stand ein leistungsgerechtes und torloses Remis, das Trapp mit einer heldenhaften Tat kurz vor dem Abpfiff bewahren musste (90.).

Für die Eintracht wird es in den kommenden Tagen nochmal richtig ernst. Am Donnerstag (2. Mai/21 Uhr) empfangen die Hessen zunächst den FC Chelsea zum Europa League-Halbfinal-Hinspiel in der Commerzbank Arena, nur drei Tage später (Sonntag, 5. Mai/18 Uhr) ist man bei Bayer 04 Leverkusen zu Gast.

Am darauffolgenden Donnerstag (9. Mai/21 Uhr) entscheidet sich beim FC Chelsea, wer das Finale der Europa League erreichen wird.

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