Dank Schützenhilfe aus Mainz: Eintracht in Euro-League-Quali

München - Aufgrund der Formkrise in den vergangenen Wochen verspielte sich Eintracht Frankfurt den fast sicher geglaubten Champions-League-Platz. Mit einem Punkt beim FC Bayern München wäre am 34. Bundesliga-Spieltag zumindest ein sicherer Startplatz in der Europa League drin gewesen. Zwar kamen die Hessen mit 1:5 (0:1) unter die Räder, aber ausgerechnet ein 4:2-Sieg des Erzrivalen FSV Mainz 05 gegen die TSG 1899 Hoffenheim sicherte den Adlerträgern den Europa-League-Qualifikationsplatz 7.

Kingsley Coman besorgte mit seinem Treffer das frühe 1:0 für den FC Bayern München.
Kingsley Coman besorgte mit seinem Treffer das frühe 1:0 für den FC Bayern München.  © DPA

Das Saisonfinale der Adlerträger, die in der mit 75.000 Zuschauern gefüllten - und somit ausverkauften - Allianz Arena gastierten, brachte einen bunten Strauß des Nervenkitzels mit sich: Meisterschafts-Fernkampf, Fern-Duelle um die Champions- und Europa-League-Plätze und im schlimmsten Falle sogar Platz 8 und somit kein Europapokal für die Eintracht.

Kingsley Coman (4.) brachte die Münchener in Führung, Sebastién Haller glich aus (50.). David Alaba (53.) und Renato Sanches (58.) stellten die Bayern-Führung wieder her. Franck Ribéry (72.) und Arjen Robben (78.) machten die Eintracht-Niederlage noch deutlicher.

Und nicht zu vergessen das erneute Aufeinandertreffen von (Noch-?) Bayern-Coach Niko Kovac mit seinem Ex-Verein. Um in diesem speziellen Duell möglichst zufriedenstellend abzuschneiden, stellte SGE-Coach Adi Hütter seine Startelf im Gegensatz zur Niederlage gegen den FSV Mainz 05 nur auf einer Position um. Jonathan de Guzmán ersetzte Simon Falette.

Die erste Ernüchterung für die Eintracht ließ nicht lange auf sich warten. Über Robert Lewandowski und Thomas Müller gelangte das Leder zu Coman, der sträflich freistehend zum 0:1 einschob (4.). Die Defensive der Gäste präsentierte sich in der Anfangsphase vogelwild, während sich der Rekordmeister das Heft des Handelns umgehend unter den Nagel riss.

Dass es vor Ende der ersten Viertelstunde nicht bereits 3:0 für den FCB stand, hatte die Eintracht weitestgehend Kevin Trapp zu verdanken, der stark gegen Alaba (9.) und Lewandowski (13.) parierte.

Duell der Flügelflitzer: Eintrachts Danny da Costa (Li.) gegen Kingsley Coman vom FC Bayern München.
Duell der Flügelflitzer: Eintrachts Danny da Costa (Li.) gegen Kingsley Coman vom FC Bayern München.  © DPA

Nach einer kurzen Verschnauf-Pause schalteten die Bayern wieder einen Gang nach oben - und bestraften die Eintracht umgehend. Doch Serge Gnabrys sehenswerter Treffer zählte nach Konsultierung des Videoschiedsrichters nicht (26.).

Die Eintracht blieb weiterhin ohne eigene nennenswerte Aktion in Richtung Münchener Tor. Und hinten hatte die Hütter-Truppe wahnsinniges Glück. Eine Coman-Hereingabe lenkte de Guzmán an den eigenen Querbalken (31.).

In der Schlussphase der ersten Hälfte hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann um einiges mehr zu tun, als noch in der Anfangsphase. Die Zweikämpfe wurden härter, das Spiel zerfahrener. Dies hatte zur Folge, dass es mit der beinahe schon zu knapp ausgefallenen 1:0-Führung für die Hausherren in die Pause ging.

Neben dem ungünstigen Spielverlauf im eigenen Match lief es auch in den Parallelspielen alles andere als gut für die Eintracht. Nach den ersten 45 Minuten wäre die Eintracht aufgrund der Halbzeit-Ergebnise nicht auf einem Europapokal-Platz gewesen.

Damit sich daran etwas änderte, reagierte Hütter und brachte Haller für de Guzmán (46.). Somit war die berüchtigte Frankfurter "Büffelherde" (Jovic, Rebic und Haller) endlich einmal wieder zusammen auf dem Platz.

Renato Sanches (Mi.) netzte zum 3:1 für den FC Bayern ein.
Renato Sanches (Mi.) netzte zum 3:1 für den FC Bayern ein.  © DPA

Und das wurde prompt belohnt. Kostic brachte einen Eckball scharf vors Tor, David Abraham klatschte den Ball an die Latte, Haller netzte schließlich zum 1:1-Ausgleich ein (50.). Eine zu schwache Abwehr Trapps nach einem Schuss von Müller begünstigte kurz darauf jedoch die erneute Führung des Rekordmeisters durch Alaba (53.).

Noch schlimmer kam es wenige Minuten später. Sanches veredelte einen gelungenen Alleingang mit dem Treffer zum 3:1 (58.). Trapp sah dabei erneut nicht gut aus. Die Bayern spielten weiter wie im Rausch. Der eingewechselte Ribéry spielte in seinem letzten Bundesliga-Spiel für den FCB nochmals die Frankfurter Verteidigung schwindelig und erzielte ein sehenswertes Tor per Lupfer (72.).

Während die Eintracht den letzten Kampfgeist verloren hatte, war es auch noch Zeit für Robbens Bundesliga-Abschiedstreffer, den der Holländer in der 78. Spielminute klar machte. Die SGE konnte letztlich nichts mehr gegen die Münchener ausrichten, doch sicherte der Erzrivale Mainz durch den Sieg gegen Hoffenheim (Endstand 4:2) Tabellenplatz sieben für die Mannen vom Stadtwald.

Somit steigt das Hütter-Team in der zweiten Runde in die Qualifikation für die Europa League ein (Hinspiel: 25. Juli 2019/Rückspiel: 1. August 2019).

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