Eintracht-Sensation! Kamada schießt Frankfurt zum Sieg beim FC Arsenal

London - Wahnsinns-Comeback! Für Bundesligist Eintracht Frankfurt stand am Donnerstagabend im Emirates Stadium in London das Weiterkommen in der Europa League auf dem Spiel. Beim FC Arsenal präsentierten sich die Hessen nach schwachem Start plötzlich wie ausgewechselt und siegten nach Rückstand mit 2:1 (0:1).

Der in der Bundesliga gesperrte Eintracht-Kapitän David Abraham (r.) durfte in London von Beginn an ran.
Der in der Bundesliga gesperrte Eintracht-Kapitän David Abraham (r.) durfte in London von Beginn an ran.  © Adam Davy/PA Wire/dpa

Nun ist das Weiterkommen in der Gruppe F für die SGE in greifbare Nähe gerückt.

Fast schon gespenstisch leer wirkte das Londoner Stadionrund. Denn beide Teams spielten vor einem leeren Gästeblock und verhältnismäßig wenigen "Gunners"-Fans auf. Die Treffer erzielten Pierre-Emerick Aubameyang zum 1:0 für die "Gunners" (45+1. Minute) und Daichi Kamada zum 1:1 und 2:1 für die SGE (55. und 64.).

Ohne Stürmer Bas Dost und Mittelfeld-Abräumer Sebastian Rode reiste Coach Adi Hütter nach London.

Dafür durfte der in der Bundesliga gesperrte David Abraham für Evan Ndicka von Beginn an ran. Darüber hinaus tauschte er seine Startelf im Gegensatz zur 0:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg fünf weitere Male aus. Frederik Rönnow übernahm den Torhüter-Posten von Felix Wiedwald. Danny da Costa ersetzte Erik Durm, Kamada, Gelson Fernandes und André Silva rückten für Rode, Gacinovic und Dost in die erste Elf.

Ein erstes Zeichen setzten die Gäste nach einem Kamada-Eckball, doch weder da Costa, noch Martin Hinteregger konnten das Leder mit dem Kopf erreichen (6.). Etwas besser machte es per Kopf Arsenal-Top-Stürmer Aubameyang, der den Kasten von Rönnow aber knapp verpasste, weil er von Teamkollege Joe Willock gestört wurde (11.). Kurz darauf der Riesen-Bock von da Costa und die doppelte Arsenal-Chance!

Der Frankfurter köpfte den Ball nach einer Arsenal-Ecke nämlich direkt vor die Füße von Kieran Tierney, der wenige Meter vor dem Tor stehend aber an Rönnow scheiterte. Die darauffolgende Ecke erreichte Gabriel Martinelli mit dem Kopf - Fernandes klärte in höchster Not auf der Linie (16.).

Kurze Eintracht-Anfangs-Drangphase wird vom FC Arsenal London im Keim erstickt

Ein Blick auf die teils gespenstisch leer wirkenden Ränge im Londoner Emirates Stadium.
Ein Blick auf die teils gespenstisch leer wirkenden Ränge im Londoner Emirates Stadium.  © Matt Dunham/AP/dpa

Generell gestalteten sich die Ballbesitz-Phasen der SGE immer kürzer, Arsenal übernahm zusehends die Kontrolle. Auch der Spielaufbau der Hessen ließ stark zu wünschen übrig, vor allem von der von Hütter geforderten Aggressivität war im ersten Abschnitt des ersten Durchgangs nichts zu sehen.

Zum potenziellen "Man of the Match" mauserte sich immer mehr Frankfurts Schlussmann Rönnow, der sich nach einer erneut vereitelten Chance im Duell mit Bukayo Saka verletzte (30.). Nach längere Behandlungspause ging es für den dänischen Keeper aber vorerst weiter. Und was ging bei der Eintracht nach vorne? Bis zehn Minuten vor dem Pausenpfiff nichts!

Selbst kleine Geschenke der Hausherren, wie Ballverluste in der eigenen Hälfte, nahmen die Hessen nicht an - Torgefahr war von Seiten der Eintracht nicht gegeben. Und obwohl Rönnow nochmal klasse gegen Saka hielt, passierte schließlich das Unvermeidbare.

Aubameyang kam im Strafraum an den Ball und bugsierte das Leder von Rönnows Bein an die Unterkante der Latte, von der es hinter der Torlinie wieder aufkam - 0:1 aus Sicht der SGE (45.+1). Dies war dann auch der vollends verdiente Pausenstand.

Zum Start in die zweite Halbzeit wechselte Hütter gleich zwei Mal. Gacinovic und Dominik Kohr kamen für Silva und Fernandes. An der Überlegenheit der "Gunners" änderte das aber erstmal nichts. Erneut konnte Willock nach feinem Zuspiel vollkommen frei auf Rönnow zulaufen, Abraham verhinderte den drohenden Treffer jedoch (47.).

Eintracht Frankfurt wird stärker, Daichi Kamada trifft doppelt und dreht das Spiel!

Mit seinem Doppelpack in Hälfte zwei brachte Daichi Kamada (r.) die Eintracht zurück auf Kurs.
Mit seinem Doppelpack in Hälfte zwei brachte Daichi Kamada (r.) die Eintracht zurück auf Kurs.  © dpa/Uwe Anspach

Und wie aus dem Nichts stand es plötzlich 1:1! Arsenal hatte sich etwas zurückgezogen und nach einem Einwurf gelangte der Ball über da Costa zu Kamada, der mit einem traumhaften Linksschuss einnetzte - 1:1, alles wieder offen für die Eintracht (55.).

Daraufhin wurden die Adlerträger stärker. Über links versuchte es Kostic mit einem Abschluss aus spitzem Winkel, den Arsenal-Torhüter Emiliano Martínez zunächst noch halten konnte. Bei der darauffolgenden Ecke war aber wieder Kamada zur Stelle, der mit einem äußerst platzierten Schuss ins linke Eck zum 2:1 verwandelte (62.) - Spiel gedreht, Wahnsinn!

Wenige Minuten später hätte die Situation noch deutlicher zu Gunsten der Frankfurter aussehen können, doch Gacinovic vergab seine Chance allein auf das Londoner Tor zulaufend kläglich (69.). Nach der Führung ließen sich die Gäste wieder weiter in die eigene Hälfte zurückfallen, Arsenal blieb dennoch harmlos.

Und trotz Stadionverbot wurden die Pro-Eintracht-Rufe mit dem sich nähernden Schlusspfiff immer lauter. Eine vorzeitige Erlösung gab es aber nicht, vor allem auch weil die SGE ihre sich ergebenden Chancen nicht nutzte. Am Ende brachten die Hessen den Sieg mit einer souveränen Abwehrleistung und dank einer deutlichen Leistungssteigerung in Durchgang zwei verdient über die Runden.

Ausruhen bleibt für die Diva vom Main nun erstmal ein Fremdwort. Schon am Montag (2. Dezember/20.30 Uhr) steht für die Hessen das Rhein-Main-Derby beim 1. FSV Mainz 05 auf dem Programm.

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