Neue Gegengerade, neuer Drive: Lilien weisen Störche in die Schranken

Darmstadt - Endlich wieder Bölle-Action für Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98. Bei der Heimspielpremiere bekamen es die Lilien mit Holstein Kiel zu tun. Gegen die Nordlichter hieß es am Ende 2:0 (1:0).

Lilien-Neuzgang Tim Skarke besorgte das zwischenzeitliche 1:0 für seinen neuen Arbeitgeber.
Lilien-Neuzgang Tim Skarke besorgte das zwischenzeitliche 1:0 für seinen neuen Arbeitgeber.

Tim Skarke hatte seinen neuen Arbeitgeber in Führung gebracht (11.), Serdar Dursun erhöhte in Durchgang zwei per Foulelfmeter zum 2:0-Endstand (64.).

Knapp 13.065 Zuschauer hatten sich im Merck-Stadion am Böllenfalltor eingefunden, erstmals durften sich die Fußball-Fanatiker auch wieder auf der sich im Umbau befindlichen Gegentribüne sammeln, um ihre Lilien anzufeuern.

Diese mussten nun endlich nicht mehr auf eine gewaltige "Sandbank" schauen, wie Chef-Coach Dimitrios Grammozis vor der Partie anmerkte. Und die ehemalige "Sandbank" präsentierte sich zur Heimpremiere prall gefüllt - rund 4000 Fans fanden sich auf ihr ein.

Im Gegensatz zum knapp verpassten Auftaktsieg beim Hamburger SV stellte Grammozis die Startformation nur auf einer Position um: Kurzfristig musste der Fußballlehrer die Torhüter-Position gezwungenermaßen neu besetzen. Grund dafür war der Armbruch des Neuzugangs Marcel Schuhen - für ihn rückte Florian Stritzel zwischen die Pfosten.

Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30 Grad Celsius testete Serdar Dursun mit einem überraschenden, aber zu zentral angesetzten Abschluss die Griffigkeit der Handschuhe von Störche-Keeper Dominik Reimann (8.), während sich Lilien-Coach Grammozis zwischenzeitlich als Greenkeeper betätigte.

Den zweiten Abwehrfehler der Kieler in kürzester Zeit nutzten die Darmstädter dann zur Führung. Kurz vor dem Sechzehner pflückt Neuzugang Skarke die Kugel nach Vorarbeit von Marvin Mehlem aus der Luft und netzte im Alleingang ein (11.) - 1:0 - und erstmals konnte die neue "Bölle"-Gegengerade unter Beweis stellen, wie gut sie jubilieren kann.

Starker Skarke erzielt nach Kieler Abwehr-Tohuwabohu zur verdienten Führung

Lilien-Coach Dimitrios Grammozis.
Lilien-Coach Dimitrios Grammozis.

Einen wirklichen Weckruf stellte der Treffer für die Gäste aus dem Norden jedoch nicht dar. Weiterhin erstickten die Angriffsbemühungen des Teams von Trainer André Schubert im Keim.

Die Hausherren präsentierten sich dagegen in absoluter Spiellaune und hielten dementsprechend das Heft des Handelns fest im Griff. Die sommerlichen Temperaturen machten eine Trinkpause unumgänglich, die zwischenzeitliche Erfrischung änderte aber zunächst nicht viel am Spielverlauf, der die Darmstädter deutlich obenauf sah.

Hinzu kam, dass die Kieler es nicht fertigbrachten Ballverluste in ungünstigen Momenten abzustellen. Dann aber doch eine Gelegenheit für Ersatzkeeper Stritzel, um sein Können unter Beweis zu stellen. Mit einer Glanzparade entschärfte er den Abschluss von Lee Jae-Sung aus rund 17 Metern Distanz (34.).

Von hier an ließ die Gefahr, die vom SVD ausging, ein gutes Stück nach. Zeitgleich gelang es den Gästen aber auch nicht, die eigenen Offensivaktionen zu konkretisieren. Somit plätscherte die Partie bis zum Pausenpfiff vor sich hin, die Führung für die Gastgeber war zu diesem Zeitpunkt keinesfalls unverdient.

Personell unverändert marschierten die Lilien zum Wiederanpfiff auf das Grün zurück. Ebenfalls unverändert blieben zunächst die groben Abwehrschnitzer der Kieler, die Dursun beinahe mit dem 2:0 bestraft hätte, letztlich war das Positionsspiel des Darmstädter Angreifers aber nicht exakt genug (49.).

Halbzeit zwei: Lilien weiter am Drücker, Topscorer Dursun mit erstem Saisontreffer vom Punkt

Die Kieler konnten Darmstadts Marvin Mehlem (stehend) kaum bremsen.
Die Kieler konnten Darmstadts Marvin Mehlem (stehend) kaum bremsen.

Kurz darauf versuchte sich der Sturm-Hüne erneut am 2:0. Seinen Freistoß zwirbelte er aber hauchdünn über das Gehäuse (61.). Eine halbe Stunde vor Schluss durfte sich 1:0-Torschütze Skarke dann von seinem neuen Publikum ordentlich feiern lassen.

Seinen Platz auf dem Feld übernahm Mathias Honsak, seines Zeichens ebenfalls ein Sommer-Neuzugang - er kam ausgerechnet vom heutigen Gegner (62.). Dann klappte es doch endlich mit dem ersten Saisontreffer Dursuns: Nachdem er im Strafraum zu Fall gebracht wurde, verwandelte er aus elf Metern souverän - 2:0 (64.).

Schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass die Gäste an diesem Sonntagnachmittag wohl kaum noch eine passende Reaktion parat haben würden, zu souverän präsentierten sich Grammozis-Schützlingen beim Heimspiel-Auftakt. Auch ein zwischenzeitlicher Totalausfall von Stritzel (71.) im eigenen Strafraum änderte an diesem Eindruck nichts.

Stattdessen durfte sich Publikumsliebling Marcel Heller frühzeitig vom Acker machen. Ein weiterer Neuzugang, Mandela Egbo, kam für ihn aufs Feld (77.). Kurz darauf verabschiedete sich auch Dribbelkünstler Mehlem von den Fans. Mathias Wittek übernahm seinen Platz (82.). Das fröhliche Personalkarussell änderte schließlich aber nichts mehr am Endergebnis, für die Lilien ging der erste Saisonsieg im eigenen Stadion voll und ganz in Ordnung, unter Grammozis sind die Südhessen im "Bölle" weiterhin ungeschlagen.

Kaum begonnen macht die Zweite Liga erstmal Pause. Stattdessen ist für die Lilien der DFB Pokal und das Duell gegen Außenseiter FC Oberneuland angesagt. Anpfiff beim Fünftligisten ist am Sonntag (11. August, 15.30 Uhr).

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