Wahnsinns-Kick am "Bölle": Darmstadt gibt Sieg in letzter Minute aus der Hand

Darmstadt - Nach der zuletzt desaströsen Leistung bei der Spielvereinigung Greuther Fürth (1:3/TAG24 berichtete) musste der SV Darmstadt 98 am 13. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga Wiedergutmachung leisten. Vor rund 13.000 Zuschauern im Merck-Stadion am Böllenfalltor zeigten die Hausherren viel Engagement, vergaben den Sieg aber in letzter Sekunde. Am Ende kam man nicht über ein 2:2 (0:1)-Unentschieden hinaus.

Darmstadts Victor Palsson (Re.) im Laufduell mit dem Regensburger Andreas Albers.
Darmstadts Victor Palsson (Re.) im Laufduell mit dem Regensburger Andreas Albers.

Dario Dumic brachte die Gäste per Eigentor in Führung (15.). Kurz vor dem Abpfiff drehte Serdar Dursun dann auf und erzielte zwei Treffer (88. und 90.), ehe Andreas Albers doch noch ausglich (90.+4).

Mit drei neuen Gesichtern schickte Coach Dimitrios Grammozis seine Jungs auf den Platz. Dursun, Mathias Honsak und Tobias Kempe kamen für Erich Berko, Marcel Heller und Marvin Mehlem in die Startelf. Fabian Schnellhardt fiel kurzfristig mit Adduktorenproblemen aus.

Beide Formationen zeigten vom Start weg einen ordentlichen Zug in Richtung Tor. Die erste sich halbwegs bietende Lücke nutzte der schnelle Honsak umgehend und feuerte den ersten, abgefälschten Schuss in Richtung Regensburger Tor, der letztlich aber problemlos in den Handschuhen von Keeper Alexander Meyer landete (10.).

Doch der gute Start der Lilien wurde abrupt von der Regensburger Führung unterbrochen. Eine knifflige Hereingabe auf der rechten Seite von Lais kullerte an Freund und Feind vorbei, wurde leicht von Dumic tuschiert und landete somit hinter Darmstadt-Schlussmann Marcel Schuhen im Netz (15.). Doch die Gastgeber spielten weiter munter nach vorne - und wurden von ihren Anhängern voller Euphorie unterstützt.

Der erste Aufreger nach der Gäste-Führung: Kempe wurde auf Höhe der Mittellinie von Marcel Correia, der las letzter Mann fungierte, zu Fall gebracht. Doch aufgrund der Entfernung zum Tor beließ es Schiedsrichter Alexander Sather bei Gelb - eine Entscheidung, die die Darmstädter nur unter Protest hinnahmen (26.). Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs zeigten sich die Lilien als bemühteres Team, darüber hinaus kamen sie jedoch nicht - es blieb beim 0:1 zur Pause

Lilien in der ersten Hälfte engagiert aber ideenlos

Darmstadt 98-Stürmer Serdar Dursun.
Darmstadt 98-Stürmer Serdar Dursun.

Personell unverändert traten beide Teams wieder auf den Rasen - und auch am Vorwärtsdrang der Lilien hatte sich wenig geändert. Schon direkt nach Wiederanpfiff setzte Tim Skarke einen satten Schuss knapp neben den linken Pfosten (46.).

Paik Seung-ho testete Meyers Reflexe kurz darauf mit einem Kopfball nach einer Ecke - der Jahn-Torhüter blieb jedoch Sieger (51.). Wenige Minuten später stand der SSV-Keeper schon wieder im Mittelpunkt, als er einen Abschluss von Fabian Holland nach einer weiteren Ecke in allerhöchster Not entschärfte (59.).

Und wieder Mayer! Diesmal parierte er einen angeschnittenen Distanzschuss von Kempe - der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient gewesen (63.). Vor allem weil vom SSV mittlerweile keinerlei Offensivspiel mehr zu sehen war. Danach war Schluss für Honsak, Mehlem nahm seinen Platz ein (66.).

Und auch die wohl größte Chance zum Ausgleich vergaben die Lilien kläglich. Nach einem eher fragwürdigen Foul von Jahn-Keeper Meyer an Dursun, zeigte Schiedsrichter Sather nach Bemühung des Videobeweises auf den Elfmeterpunkt - der Gefoulte ballerte das Leder jedoch in den Darmstädter Himmel (74.).

Grammozis setzte nun noch mehr auf die Offensive und brachte Ognjen Ozegovic für Peik (79.) sowie Berko für Patrick Herrmann (86.). Und plötzlich lief es für die Darmstädter: Erst staubte Dursun nach einem Abpraller von SSV-Torhüter Meyer ab (88.), um dann nur zwei Minuten später die Partie komplett zu drehen (90.) - 2:1, Wahnsinn! Aber die Gäste hatten noch einen im Köcher. Albers nutzte eine Unsicherheit von SVD-Keeper Marcel Schuhen zum 2:2-Ausgleich (90.+4).

Nach der Länderspielpause geht es für die Südhessen mit einem schweren Auswärtsspiel weiter. Am Montag (25. November/20.30 Uhr) sind die Lilien bei Hannover 96 zu Gast.

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