Europa in Gefahr? Eintracht geht in Straßburg leer aus

Straßburg - Am Donnerstagabend stand für Bundesligist Eintracht Frankfurt der erste Akt der letzten Hürde auf dem Weg in Richtung Europa-League-Gruppenphase auf dem Programm. Beim französischen Vertreter Racing Straßburg verloren die Hessen im mit rund 24.000 Zuschauern besetzten und somit ausverkauften Stade de La Meinau mit 0:1 (0:1).

Schwacher Start der Eintracht: Der Straßburger Adrien Thomasson (Re.) läuft Daichi Kamada davon.
Schwacher Start der Eintracht: Der Straßburger Adrien Thomasson (Re.) läuft Daichi Kamada davon.  © dpa/Uwe Anspach

Für den spielentscheidenden Treffer sorgte Straßburgs Kévin Zohi (33.).

Coach Adi Hütter schien zufrieden mit dem Auftritt seiner Jungs beim Bundesliga-Auftakt gegen die TSG 1899 Hoffenheim (1:0/TAG24 berichtete) gewesen zu sein, darum ersetzte er lediglich Neuzugang Dominik Kohr durch den Spanier Lucas Torró.

Dass sich die Eintracht-Fans - immerhin rund 1200 an der Zahl - bis zum Anpfiff auf Anordnung bedeckt halten mussten, bekamen die Gastgeber umgehend zu spüren, als der Ball dann endlich rollte. Dementsprechend entlud sich nämlich der Euro-Spirit der SGE-Anhänger, das Stadion mutierte - auch dank der Racing-Supporter - zum reinsten Hexenkessel.

Während bei den Hessen in der Anfangsphase spielerisch noch nicht allzu viel Zählbares zusammenlief, waren sie in Sachen Glück umgehend obenauf. Einen Distanzschuss von Lionel Carol bekam Makoto Hasebe in Minute fünf an die Hand - der (durchaus berechtigte) Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Ivan Kruzliak blieb jedoch aus.

Und das Glück blieb den Adlerträgern hold, als Torjäger Dimitri Liénard im Eins-gegen-Eins mit Kevin Trapp nur das Außennetz traf (13.). Nach rund 20 absolvierten Minuten wartete die Eintracht noch immer auf die erste große Torgelegenheit, vor allem die Flügelzange um Filip Kostic und Danny da Costa hatte ungewohnte Probleme mit der Spielweise der französischen Hausherren.

Elfer-Dusel und mauer Start der Eintracht gegen angriffslustige Straßburger

Kévin Zohi (Mi./Rückennummer 20) erzielte das 1:0 für Straßburg.
Kévin Zohi (Mi./Rückennummer 20) erzielte das 1:0 für Straßburg.  © dpa/Uwe Anspach

Während im Stade de La Meinau weiterhin absolute Europapokal-Stimmung herrschte, gelang es den Gästen aus Frankfurt nicht, auch nur ansatzweise an die glanzvollen Abende auf internationalem Terrain in der Vorsaison anzuknüpfen.

Ein kleines "Hallo Wach" lieferte immerhin Kostic mit einem Freistoß-Strahl aus rund 35 Metern Entfernung und zentraler Position. Racing-Keeper Matz Sels hatte damit durchaus seine Probleme, konnte nur nach vorn abklatschen lassen (28.).

Schließlich folgte aber das, was aufgrund der Frankfurter Leistung kommen musste. Eckball Straßburg, totale Verwirrung in der SGE-Abwehr und Zohi, dem der Ball im Fünfmeter-Raum vor die Füße gefallen war, schob geistesgegenwärtig ein - 0:1 (33.).

Auch das (eindeutig verdiente) Gegentor rüttelte die Frankfurter Kicker nicht wach, logische Konsequenz: Hütter schickte Goncalo Paciencia zum Warmmachen - mehr Durchschlagskraft in der Offensive sollte her.

Ein Spielerwechsel blieb vor dem Halbzeitpfiff jedoch aus, beide Teams gingen mit dem Stand von 0:1 aus Sicht der Eintracht in die Kabinen. Zuvor hatte da Costa noch eine Halbchance nach Freistoß-Vorlage von Kostic (45.).

Personelle Wechsel bringen Schwung ins Eintracht-Spiel des zweiten Durchgangs

Erneut einer der Aktivposten der Eintracht: Filip Kostic.
Erneut einer der Aktivposten der Eintracht: Filip Kostic.  © dpa/Uwe Anspach

Zum Start in den zweiten Durchgang musste Veränderung her, dies beherzigte Hütter und brachte Paciencia und Sebastian Rode für die blass gebliebenen Ante Rebic und Mijat Gacinovic.

Und diese Maßnahme zeigte Wirkung: Direkt nach dem Wiederanpfiff spielte Rode auf den in den Sechzehner eingelaufenen da Costa, Pass in den Rückraum auf Kamada, der letztlich an der großen Pranke von Sels scheiterte (46.). Die SGE plötzlich wie ausgewechselt, nach schönem Zusammenspiel von Paciencia und Kamada sowie einem klasse Solo des Japaners, klärte erneut Sels in allerhöchster Not (51.).

Was sich viele bereits als das überfällige Dauerfeuer der Gäste erhofft hatten, entpuppte sich dann aber doch eher als Knallfrosch. Zwar blieb die Eintracht spielbestimmend, weitere hochkarätige Chancen blieben aber bis zur Mitte der zweiten Halbzeit aus.

Lediglich die Freistöße von Dauerläufer Kostic konnten für halbwegs brenzlige Situationen im Straßburger Strafraum sorgen. Indessen fokussierten sich die Franzosen in feinster Catenaccio-Manier ausschließlich auf die Defensiv-Arbeit. Um dem entgegenzuwirken brachte Hütter Kohr für Gelson Fernandes (78.).

In der Schlussphase wirkten beide Mannschaften ausgepowert, somit verwunderte es kaum, dass sich letztlich nichts mehr am Ergebnis änderte. Am Ende siegte Straßburg ob der Leistung in Durchgang eins nicht unverdient, in der kommenden Woche muss sich die Eintracht beim Rückspiel in der heimischen Commerzbank-Arena (29. August/20.30 Uhr) deutlich steigern.

Nach dem ersten Akt der Europa-League-Playoffs steht für die Hessen das nächste wichtige Bundesliga-Spiel an. Am Sonntag (25. August/15.30Uhr) ist die Hütter-Elf bei Rasenballsport Leipzig zu Gast.

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