Vorne harmlos, hinten fehlerhaft: Überforderte Lilien ohne Chance in Fürth

Fürth - Nach zwei späten Erfolgen in den letzten beiden Spielen reiste der SV Darmstadt 98 am Samstagnachmittag mit ordentlich Selbstbewusstsein für das Auswärtsspiel am 12. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga bei der Spielvereinigung Greuther Fürth an. Im Sportpark Ronhof setzte es aber eine verdiente 1:3 (0:2)-Niederlage für die Lilien.

Fürths Havard Nielsen (Re.) und Kollegen waren den Lilien um Verteidiger Dario Dumic (Li.) stets einen Schritt voraus.
Fürths Havard Nielsen (Re.) und Kollegen waren den Lilien um Verteidiger Dario Dumic (Li.) stets einen Schritt voraus.

Für die Tore sorgten Branimir Hrgota (31. und 48.), und Immanuel Höhn (ET/37.) auf Seiten der Hausherren. Victor Pálsson betrieb kurz vor dem Abpfiff noch ein wenig Ergebniskosmetik (87.).

Unter der Woche mussten Coach Dimitrios Grammozis und seine Lilien im DFB-Pokal eine empfindliche 0:1-Last-Minute-Niederlage gegen den Karlsruher SC hinnehmen, was den Fußballlehrer dazu veranlasste seine Startelf gleich auf vier Positionen zu verändern.

Neben Torjäger Serdar Dursun nahmen auch Mathias Honsak und Fabian Schnellhardt auf der Bank Platz. Tobias Kempe fiel kurzfristig verletzt aus (Kapselreizung).

Für sie rückten Erich Berko, Marvin Mehlem, Tim Skarke und Paik Seung-ho in die Anfangsformation. Schon vom Anpfiff weg versuchten sich die Hausherren daran, die Lilien weit in die eigene Hälfte zu drängen. Doch durch die extrem offensive Ausrichtung der Kleeblätter ergaben sich für die Darmstädter Räume zum Kontern.

In Minute elf konnten sie diese erstmals nutzen, als Mehlem stark auf Skarke durchsteckte, dieser aber anstatt auf den lauernden Marcel Heller querzulegen, den Abschluss selbst suchte - und recht deutlich verzog. Auf der anderen Seite durfte sich Schuhen erstmals beweisen: Einen Schuss von Julian Green, der kurz vor dem Tor nochmals aufsetzte, konnte der Schlussmann des SVD mit leichten Problemen entschärfen (16.).

Über weite Strecken der ersten Hälfte überließen die Gäste den Fürthern das Heft des Handelns, zogen sich weit zurück und verteidigten stark. Somit blieben hochkarätige Gelegenheiten auf beiden Seiten aus. Die massiv höheren Spielanteile seitens der Hausherren hatten dann aber schließlich doch das Unausweichliche zur Folge. Hrgota fasste sich aus rund 30 Metern Entfernung ein Herz und zog einfach ab, Schuhen ließ den Ball durch die Handschuhe rutschen und somit stand es folgerichtig 0:1 (31.).

Halbzeit zwei: Fürth weiter im Vorwärtsmarsch, Lilien drehen zu spät auf

Enttäuschte Miene bei Darmstadts Dario Dumic (Vo.), während die Fürther den Treffer zum 1:0 durch Branimir Hrgota bejubeln.
Enttäuschte Miene bei Darmstadts Dario Dumic (Vo.), während die Fürther den Treffer zum 1:0 durch Branimir Hrgota bejubeln.

Darauf ließen es die Fürther aber nicht beruhen. Nur kurz darauf spielte Sebastian Ernst das Leder von Links in die Mitte des Strafraums, Höhn fälschte den Ball dann unhaltbar ins eigene Tor ab - 0:2 (37.). Mit diesem Spielstand schickte der Unparteiische Harm Osmers beide Teams auch in die Kabinen.

Grammozis' Halbzeitansprache sowie der Doppelwechsel - Dursun für Berko und Schnellhardt für Mehlem - brachten nichts ein.

Stattdessen legte Hrgota seinen zweiten Treffer des Tages nach (48.). Auf eine angemessene Reaktion der Lilien wartete man weiterhin vergebens. Offener wurde die Partie lediglich aufgrund der Tatsache, dass sich die Fürther deutlich zurückzogen.

Auch diesem Umstand war es geschuldet, dass die Partie extrem verflachte. Zwar konnten die Lilien ihre Ballbesitz-Anteile erhöhen, Zählbares sprang dadurch aber nicht heraus. Dass bei den Gästen so gar nichts rund laufen wollte, zeigte auch der zunächst von Osmers gegebene Strafstoß nach einem Foul von Marco Caligiuri an Skarke (77.). Dieser wurde nämlich nach Hinzuziehen des Videobeweises wieder aberkannt (79.).

Danach war Peiks Arbeitstag beendet. Der stark gelb-rot-gefährdete Südkoreaner machte Platz für Ognjen Ozegovic (81.). Ganz ohne eigenen Treffer mussten sich die stärker werdenden Lilien dann aber doch nicht aus Fürth verabschieden. Mit einem starken Distanzschuss netzte Pálsson zum 1:3 ein (87.). Doch die Reaktion kam zu spät, es blieb bei der verdienten Auswärtsniederlage für die Darmstädter.

Für die Südhessen geht es nach dem DFB-Pokal-Aus nun vorerst im Wochenrhythmus weiter. Die nächste richtungsweisende Station: Das Heimspiel am Sonntag (10. November/13.30 Uhr) gegen den SSV Jahn Regensburg.

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