Bei Alex-Meier-Rückkehr nach Hessen: Lilien mit Last Minute-Sieg gegen St. Pauli

Darmstadt - Endlich war es wieder soweit. Die lange Winterpause in der 2. Fußball-Bundesliga hatte am Dienstagabend ein Ende - und der SV Darmstadt 98 durfte direkt ran. Gegen den FC St. Pauli endete ein Spiel mit mäßig ansehnlicher erster Halbzeit schließlich mit einem nicht unverdienten 2:1 (0:1)-Sieg für die Gastgeber.

Darmstadt Stoßstürmer Serdar Dursun (Re.) im Zweikampf mit Jeremy Dudziak.
Darmstadt Stoßstürmer Serdar Dursun (Re.) im Zweikampf mit Jeremy Dudziak.

Das Merck-Stadion am Böllenfalltor glich aufgrund des Abrisses der legendären Gegengeraden zum Rückrundenauftakt zwar einer Großbaustelle, der Fußball-Lust der Fans tat dies jedoch keinen Abbruch - 11.800 Zuschauer fanden sich im unter diesen Bedingungen ausverkauften "Bölle" ein und leisteten lautstarken Support.

Für St. Pauli traf in der Dienstagabend-Partie Ryo Miyaichi (37.). Marcel Heller (81.) und Serdar Dursun (89.) drehten das Spiel zu Gunsten der Platzherren.

Im Vergleich zum Vor-Weihnachtskick, der mit einer bösen 2:6-Klatsche beim SC Paderborn endete, tauschte Chef-Coach Dirk Schuster auf drei Positionen in der Startelf. Der abgewanderte Ex-Kapitän Aytac Sulu wurde von Neuzugang Victor Pálsson ersetzt.

Tim Rieder und Marcel Franke nahmen die Plätze der verletzten Sandro Sirigu (muskuläre Probleme) und Tobias Kempe (Gehirnerschütterung) ein. Fabian Holland durfte die Lilien erstmals als Kapitän aufs Feld führen.

Ein besonderes Augenmerk lag am Dienstagabend auch auf der Rückkehr des "Fußball-Gottes" Alex Meier nach Hessen. Doch zunächst saß der ehemalige Eintracht-Held nur auf der Bank.

In den Anfangsminuten zeigten sich die Hausherren durchaus gewillt, das Heft in die Hand zu nehmen. Wahrhafte Torchancen blieben jedoch in der ersten Viertelstunde auf beiden Seiten aus.

St. Pauli, in Person von Ryo Miyaichi (Mi.), bestraften die Lilien mit dem ersten gefährlichen Angriff. Der Japaner erzielte das 1:0.
St. Pauli, in Person von Ryo Miyaichi (Mi.), bestraften die Lilien mit dem ersten gefährlichen Angriff. Der Japaner erzielte das 1:0.

Der erste Anflug von Torgefahr kam erst nach einem Eckball von Joevin Jones auf. Der hohe Ball erreichte Dursun, der das Spielgerät jedoch nicht auf die Stirnplatte bekam und den Ball somit am Kasten vorbei bugsierte (22.).

Weitaus brenzliger wurde es für die Kiez-Kicker in Minute 26! Da hatten die Lilien durch Holland und Yannick Stark gleich die doppelte Torschuss-Chance. Einmal parierte St.-Pauli-Keeper Robin Himmelmann jedoch glänzend, den Nachschuss setzte Stark dann in die Wolken (26.).

Wie aus dem Nichts dann aber der Schock für die Schuster-Elf: Mit dem ersten richtigen Angriff kamen die Hamburger zum Führungstreffer. Nach einer Hereingabe von Mats Möller Daehli über rechts, war Miyaichi einen Ticken schneller am Ball und köpfte platziert in die Maschen - 0:1 (37.).

Nach dem Rückstand wirkten die Lilien ein wenig angeknockt, eine passende Reaktion blieb in der Restspielzeit der ersten Hälfte aus. Stattdessen traf der Hamburger Dimitrios Diamantakos mit seinem Distanzschuss den Außenpfosten - Glück für den SVD (44.)! Nach drei Minuten Nachspielzeit ließ es Schiedsrichter Manuel Gräfe in Halbzeit eins auf sich beruhen und schickte beide Formationen zum Pausentee.

Personell unverändert gingen beide Mannschaften den zweiten Teil der Partie an. Und nach nur rund 40 Sekunden lief Diamantakos allein auf Lilien-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes zu. Der Darmstädter Torwart behielt im Eins-gegen-Eins jedoch die Überhand (46.).

Im ungewohnten Dress: Ex-Eintracht-Held Alex Meier (Re.) kehrte mit dem FC St. Pauli nach Hessen zurück.
Im ungewohnten Dress: Ex-Eintracht-Held Alex Meier (Re.) kehrte mit dem FC St. Pauli nach Hessen zurück.

Von da an waren weiterhin nur die Gäste am Drücker. Eine weitere Großchance, abermals durch Diamantakos, entschärften Heuer Fernandes und Rieder in Gemeinschaftsarbeit (55.).

Einen Aufreger gab es auf Seiten der Hausherren, als Heller im Strafraum der Gäste zu Fall gebracht wurde. Der Unparteiische entschied jedoch nicht auf Strafstoß (61.).

Dies schien eine Art Initialzündung für die Lilien gewesen zu sein. Kurz darauf zog Marvin Mehlem nach starker Einzelaktion aus rund 16 Metern ab, Himmelmann parierte den nicht ausreichend platzierten Abschluss (65.).

Schuster wechselte in Minute 69. Ein weiterer Neuzugang, Sören Bertram, übernahm den Platz des bereits mit Gelb bedachten Pálsson. Kurz nach dem zweiten Wechsel (Felix Platte für Jones/80.), setzte es endlich den sich bereits anbahnenden Ausgleichstreffer.

Eine tolle Kombination über Stark, Mehlem und Heller, setzte der Flügelflitzer letztlich hinter Himmelmann ins Netz - 1:1 (81.). Daraufhin reagierten beide Coaches nochmal. Der erst zwei Stunden vor Anpfiff als Neuzugang vorgestellte Patrick Herrmann (für Rieder) machte sein Lilien-Debüt, während auf der anderen Seite Alex Meier für St. Pauli auflief. Begleitet wurde der ehemalige Frankfurter von einem gellenden Darmstädter Pfeifkonzert (83.).

Um ein Haar hätte Heller die Partie sogar drehen können. Nach einem Abwehrfehler fand er sich allein vor dem St. Pauli-Kasten wieder, seinen Schuss verzog er knapp (86.). Dursun machte es wenig später besser. Nach einem Zuspiel des eingewechselten Platte netzte der Sturmtank souverän ein - 2:1, die "Bölle-Baustelle" versank in völliger Ekstase (89.)!

Für die Hessen steht das nächste Spiel praktisch schon wieder direkt vor der Tür. Denn am Freitag (1. Februar/18.30 Uhr) ist man beim MSV Duisburg zu Gast.

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