Kein Pardon für die alte Liebe: Kovacs Bayern demontieren die Eintracht

Frankfurt - Manchmal kommen sie wieder: Frei nach dem Motto eines Stephen King-Klassikers kehrte auch der Cheftrainer des FC Bayern München, Niko Kovac (47), an seine alte Wirkungsstätte, die Commerzbank Arena im Frankfurter Stadtwald zurück. Dabei empfing ihn seine alte Liebe Eintracht Frankfurt zu einem absoluten Gipfeltreffen.

Jetro Willems (Re.) durfte gegen die Bayern für Jonathan de Guzmán in der Startelf ran.
Jetro Willems (Re.) durfte gegen die Bayern für Jonathan de Guzmán in der Startelf ran.  © DPA

Die große Rückkehr des DFB Pokal-Titeltrainers und aktuellen Übungsleiters des Rekordmeisters wollte sich niemand entgehen lassen. Dementsprechend blitzartig waren die Tickets für das Highlight-Match vergriffen. Letztlich sahen 51.500 Zuschauer in der ausverkauften Commerzbank Arena einen packenden Fight, den die Frankfurter mit 0:3 (0:1) gegen die Münchener Gäste verloren. Für die Treffer sorgten Franck Ribéry (35. und 79.) und Rafinha (89.).

Für SGE-Trainer Adi Hütter gab es personell kaum Einschränkungen. Neben dem Langzeitverletzten Timothy Chandler musste der Österreicher lediglich auf Makoto Hasebe und Kapitän David Abraham verzichten.

Kurzfristig fiel darüber hinaus Ante Rebic für das "Spiel der Spiele" aus. Somit konnte die Eintracht gegen die Münchener nicht mit der absoluten Offensive in Form des magischen Dreiergespanns "HA-RE-JO" (Sebastién Haller, Rebic, Luka Jovic) in die Partie gehen.

In seiner Anfangsformation setzte Hütter im Gegensatz zum 2:2-Remis in Mainz trotzdem nur auf einen neuen Mann. Jetro Willems bekam im Mittelfeld den Vorzug vor Jonathan de Guzmán.

Über mangelnde Unterstützung mussten sich die Hausherren währenddessen erneut keinerlei Sorgen machen. Vom Anpfiff weg wurden die Bayern-Akteure mit gellenden Pfeifkonzerten bedacht, während die Anfeuerungsrufe für die eigene Elf praktisch nie verstummten.

Das erste Zeichen setzte die Eintracht nach tollem Auftakt: Nach tollem Kombinationsspiel sah sich Danny da Costa allein vor Manuel Neuer, der Nationalkeeper behielt jedoch die Oberhand (7.).

Franck Ribéry (Mi.) entwischte der Eintracht-Abwehr ein Mal entscheidend und sorgte für das 0:1 aus Frankfurter Sicht.
Franck Ribéry (Mi.) entwischte der Eintracht-Abwehr ein Mal entscheidend und sorgte für das 0:1 aus Frankfurter Sicht.  © DPA

Nur wenige Augenblicke später versuchte es Haller. Der Schuss des Franzosen wurde jedoch von Niklas Süle abgeblockt, bevor er in Richtung des Münchener Gehäuses fliegen konnte (8.). Und wie beflügelt ging es weiter. Ein kongeniales Zusammenspiel von Haller und Jovic führte letztlich zu einem Abschluss des jungen Serben - nur knapp vorbei (11.).

Kurz darauf hieß es dann tief durchschnaufen im Strafraum der Hessen: Nach einem Eckball kam Javi Martinez aus sechs Metern vollkommen blank zum Kopfball, doch Kevin Trapp bewahrte sein Team mit einer Monster-Parade vor dem Rückstand. Und auch Thomas Müllers Nachschuss ist für den Torwart der Adlerträger kein Problem (13.).

Im ersten Abschnitt von Durchgang eins machten beide Formationen dem Stauts Top-Spiel alle Ehre, Durchatmen blieb in dieser Phase ein Fremdwort für die Akteure auf dem Platz. Da dies aber seinen Tribut forderte, schalteten die Kontrahenten in der Folge den ein oder anderen Gang zurück - im Gegensatz zu den munter weiter vor sich hin trällernden Fans auf den Rängen der Nordwestkurve.

Diese wurden aber nach einem Faux-Pas ihrer Eintracht aus der süßen Ekstase gerissen. Ein missglückter Kopfball von Evan N'Dicka landete zunächst bei Müller, der Robert Lewandowski bediente. Der wiederum spitzelte das Leder im Sechzehner auf den freistehenden Franck Ribéry, der problemlos zum 0:1 einschieben konnte (35.).

Nur wenige Minuten später der nächste Tiefschlag für die Hessen. Einen Sprint musste Mijat Gacinovic plötzlich abbrechen und sank zu Boden. Für ihn ging es nicht mehr weiter, de Guzmán übernahm seinen Platz (43.). Unterdessen nahmen die Bayern die Partie Stück für Stück mehr in die Hand. Trotz weiterer Hochkaräter für die Gäste blieb es bis zur Pause beim knappen 0:1.

Die geballte Offensivkraft der Eintracht um Filip Kostic (Li.) und Co. kam gegen die Bayern selten voll zur Entfaltung.
Die geballte Offensivkraft der Eintracht um Filip Kostic (Li.) und Co. kam gegen die Bayern selten voll zur Entfaltung.  © DPA

Trotz leichter Beschwerden bei da Costa kurz vor dem Pausenpfiff führte Schiedsrichter Manuel Gräfe die Mannschaften personell unverändert wieder auf das Grün.

Und auch am Spielverlauf änderte sich zu Beginn der zweiten Hälfte wenig. Die Hausherren zeigten sich nicht in der Lage gefährlich vor das Tor des Rekordmeisters zu kommen, während dieser hin und wieder gefährlich im Strafraum der Frankfurter auftauchte, ohne dabei die absolute Torgefahr auszustrahlen.

Prinzipiell verflachte die Begegnung deutlich im Gegensatz zum ersten Durchgang, der Eintracht gelang es lediglich Halbchancen durch da Costa (61.) Jovic (71.) und Haller (77.) zu kreieren.

Besser machte es erneut der FC Bayern - und wieder war es Ribéry, der einen Münchener Angriff mit einem Rechtsschuss unhaltbar hinter Trapp ins Tor setzte - 0:2 (79.).

Den Schlusspunkt hinter einen verdienten Auswärtssieg des Rekordmeisters gegen eine etwas kraftlos wirkende Frankfurter Mannschaft setzte Rafinha mit einem zauberhaften Lupfer aus großer Distanz (89.).

Für die Adlerträger ist, wie für alle Bundesligisten, nun erst einmal Beisammensein im Kreise der Liebsten während der Feiertage angesagt. Das nächste Mal Bundesliga-Luft schnuppern die Eintracht-Profis zum Rückrunden-Auftakt am Samstag, den 19. Januar (15.30 Uhr). Dann empfängt die Hütter-Truppe den SC Freiburg.

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