Coach Grammozis gegen die "alte Liebe": Lilien mit torlosem Remis gegen Bochum

Darmstadt - Nicht nur aufgrund des Aufeinandertreffens mit seinem Ex-Club war das Duell mit dem VfL Bochum am 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga ein ganz Besonderes für den Trainer des SV Darmstadt 98, Dimitrios Grammozis. Denn am Ostersonntag konnten seine Lilien endgültig einen Schlussstrich unter das Thema Abstiegskampf setzen.

Darmstadts Joevin Jones (Mi.) wird von den Bochumern Görkem Saglam (Li.) und Dominik Baumgartner in die Zange genommen.
Darmstadts Joevin Jones (Mi.) wird von den Bochumern Görkem Saglam (Li.) und Dominik Baumgartner in die Zange genommen.

Die Bedingungen hätten dafür am Sonntagnachmittag kaum besser sein können. Nahezu sommerliche 23 Grad Celsius lockten 10.385 Zuschauer ins Merck-Stadion am Böllenfalltor und machten jedem Fußballerherz so richtig Bock aufs Kicken. Tore gab es beim 0:0-Unentschieden trotz alledem nicht zu bestaunen.

Nach dem wichtigen 1:0-Erfolg beim 1. FC Magdeburg vertraute Grammozis gegen seinen Ex-Club nahezu auf die gleiche Startelf. Lediglich Yannick Stark rückte für den gelb gesperrten Mathias Wittek in die Innenverteidigung.

Die Lilien spürten nicht nur noch den leichten Hauch des Abstiegsgespensts in ihrem Nacken, darüber hinaus spielten sie gegen die Statistik an. Und die sprach in jüngster Vergangenheit klar für den VfL. Die drei letzten Aufeinandertreffen entschieden allesamt die Bochumer für sich.

Davon zeigten sich die Südhessen in der Anfangsphase jedoch nur bedingt beeindruckt. Zwar blieben klare Torchancen in der Anfangsviertelstunde auf beiden Seiten aus, dennoch ging es munter auf und ab.

Direkt artistisch gestaltete sich die erste Gelegenheit für die Hausherren. Marcel Heller wurde glanzvoll von Tobias Kempe in Szene gesetzt, die Flanke des Darmstädter Flügelflitzers landete schließlich nach einigem hin und her bei Fabian Holland, der aus gerade einmal drei Metern Distanz zum Fallrückzieher ansetzte - doch der ging nur ans Außennetz (14.).

Am "Bölle" gegen die "alte Liebe": Lilien-Coach Dimitrios Grammozis (Re.) verbrachte sieben Jahre beim VfL Bochum.
Am "Bölle" gegen die "alte Liebe": Lilien-Coach Dimitrios Grammozis (Re.) verbrachte sieben Jahre beim VfL Bochum.

Von hier an nahmen die Gastgeber das Heft mehr und mehr in die Hand, Entlastungsangriffe der Bochumer waren dabei Mangelware.

Eine kleine Unsicherheit hätte die Gäste aber beinahe doch in Führung gebracht. Ein hoher Ball von rechts erreicht den sträflich frei stehenden Lukas Hinterseer, der seinen Kopfball jedoch nicht mit genügend Druck aufs Tor bringen konnte.

Daniel Heuer Fernandes entschärfte die brenzlige Situation schließlich mit viel Übersicht (23.).

Von da an schalteten beide Mannschaften - wohl auch aufgrund der noch ungewohnt schwülen Temperaturen - mindestens einen Gang zurück. Klare Aktionen in Richtung Tor blieben zunächst aus.

Erneut in besonderer Lauflaune präsentierte sich Heller am Sonntagnachmittag. Doch seine permanenten Läufe über die rechte Seite brachten im Verlaufe des ersten Halbzeit nur wenig ein.

Daran änderte sich auch bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Sven Waschitzki nichts. Fazit: Viele Torschüsse (Anm. d. Red.: 8:7 zu Gunsten der Darmstädter), engagierte Lilien, aber keine Tore.

Auch Lilien-Torjäger Serdar Dursun konnte am torlosen Remis nichts ändern.
Auch Lilien-Torjäger Serdar Dursun konnte am torlosen Remis nichts ändern.

Ohne Wechsel, aber weiterhin mit mächtig Druck von Seiten der Lilien ging es in den zweiten Durchgang. Und nur kurz nach dem Wiederanpfiff wurde eine gelungene Heller-Hereingabe kurz vor dem einschussbereiten Kempe geklärt (51.).

Eine halbe Stunde vor Schluss war es Zeit für den ersten Wechsel bei den Hausherren: Marvin Mehlem ersetzte Joevin Jones (60.). Doch die wohl größte Chance ergab sich vor dem Kasten der Darmstädter.

Ein halbhoher Ball segelte von der rechte Seite kurz vor den Fünfmeter-Raum, wo erneut Hinterseer lauerte. Seinen Abschluss setzte der Bochumer Angreifer aber ohne Not deutlich über das Gehäuse (70.).

In der Schlussphase machten Grammozis' Mannen den Eindruck, als wäre man mit dem Remis zufrieden - den Aktionen in Richtung Bochumer Tor wurden stetig weniger. Doch auch der VfL setzte in den letzten 15 Minuten bei Weitem nicht alles auf eine mögliche Führung.

Auch die Hereinnahmen von Johannes Wurtz (für Kempe/72.) und Sandro Sirigu (für Heller/82.) erweckten viel eher den Eindruck, als wolle man aus Darmstädter Sicht das Unentschieden "eintüten". Nach viel Mittelfeld-Geplänkel ließ es Schiri Waschitzki auf sich beruhen und pfiff den letztlich müden Kick ab.

Der Endspurt der Zweitliga-Saison könnte für die Südhessen kaum intensiver beginnen. Am Freitag (26. April/18.30 Uhr) sind die Lilien beim 1. FC Köln zu Gast, das nächste Heimspiel steigt am Sonntag (5. Mai/13.30 Uhr) gegen den 1. FC Union Berlin.

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