Games im TAG24-Test: Das sind die Spiele des Jahres

Leipzig/München/Stuttgart - Das Spielejahr 2019 neigt sich dem Ende und es ist wahrscheinlich fair zu sagen: Es war ein gutes Jahr. Wir haben uns durch Zombiehorden gekämpft, sind zum Jedi geworden und durften Norman Reedus auf seiner Reise durch ein postapokalyptisches Amerika begleiten. Nun wird es auch für TAG24 Zeit, Bilanz zu ziehen. Hier sind unsere Spiele des Jahres.

ERICS NUMMER EINS: "RESIDENT EVIL 2" (CAPCOM)

Für mich ging das Jahr bereits mit einem Kracher los, als "Capcom" im Januar "Resident Evil 2" veröffentlichte. Das Remake, das keins sein soll, hält sich grundlegend zwar an die Story des Originals aus dem Jahr 1998. Abgesehen davon wurde "Resi 2" aber noch einmal gehörig modernisiert und mal mehr, mal weniger verändert. Vorbei ist die Zeit der festen Kameraperspektiven und Pixelgrafik. Nun folgen wir Claire und Leon in der Third-Person-Perspektive durch Raccoon City, während Zombies und Bossgegner so schaurig schön wie noch nie aussehen.

Was mich dabei jedoch am meisten überzeugte, war die Atmosphäre, die "Resident Evil 2" aufbaut. Die ist so dicht, dass ich mich nach der ersten Begegnung mit Oberboss Tyrant (und meinem anschließenden Spielertod) tatsächlich überwinden musste, das Spiel weiterzuspielen.

"Resident Evil" ist der Horror in Videospiel-Form. Und genau dafür liebe ich es.

© Capcom

ERICS NUMMER ZWEI: "BORDERLANDS 3" (2K GAMES)

Das Kontrastprogramm lieferten dann im September 2K Games und Entwickler Gearbox mit "Borderlands 3". Kein Horror, dafür fette Knarren, tiefschwarzer Humor und jede Menge Irrsinn. "Borderlands 3" ist eine Fortsetzung, wie sie im Buche steht, indem es bewährte Stärken aufgreift, dabei immer wieder einen drauf setzt und das Ganze schließlich in einer spannenden Story zusammenfasst.

Das Bemerkenswerteste war für mich dabei jedoch die schiere Spielfreude, die das Game immer wieder in mir geweckt hat. Man merkt ihm förmlich an, dass die Entwickler hier noch mit Liebe zum Detail und vor allem viel Spaß an der Sache dran gewesen sind. Klar, am Anfang gab es ein paar Performance-Problemchen, aber über die konnte ich schnell hinwegsehen.

"Borderlands 3" war eine wunderbare Achterbahnfahrt.

© 2K

DAVIDS NUMMER EINS: "STAR WARS JEDI: FALLEN ORDER" (EA GAMES)

Im November veröffentlichte EA Games einen Monat vor der neunten Star Wars-Episode "Der Aufstieg Skywalkers" mit "Star Wars Jedi: Fallen Order" mein ganz klares Spiel des Jahres. Von Beginn an konnte ich mich in dem Third-Person-Action-Adventure mit Cal Kestis identifizieren, in dessen Rolle wir schlüpfen. Kestis ist ein Jedi, der die Auslöschung seinesgleichen durch das Imperium überlebte und den Orden neu aufbauen will.

EA schafft in dem Spiel eine für mich wunderbare Star-Wars-Atmosphäre, indem die Planeten, auf die ich reisen durfte, mit Liebe gestaltet wurden und ich mit zunehmender Spieldauer und neuen Fähigkeiten immer mehr Geheimnisse entdecke. Die Steuerung kommt mit dem nötigsten aus, ich bin schnell mit dem Kampfsystem vertraut und verfolge die Entwicklung der Story gebannt, wenngleich diese ein wenig ausgefeilter und üppiger hätte ausfallen können.

"Star Wars Jedi: Fallen Order" ist dennoch kurzweilig und überzeugt in vielerlei Hinsicht. Über einen Nachfolger wird bereits spekuliert - ich werde ihn definitiv kaufen.

In der Geschichte spielen wir den Jedi-Padawan Cal Kestis, der den Jedi-Orden wieder aufbauen will.
In der Geschichte spielen wir den Jedi-Padawan Cal Kestis, der den Jedi-Orden wieder aufbauen will.  © EA Games

MARCOS NUMMER EINS: "LUIGI'S MANSION 3" (Next Level Games)

Irgendwo zwischen fotorealistischer Grafik und filmreifer Action sind es manchmal die kleinen Dinge, die das Besondere liefern. In meinem Fall ist die klare Nummer 1 aus dem Hause Nintendo gekommen. Ja, ich weiß: Kinderkonsole, bla bla gähn. Nein, eben nicht. Denn "Luigi's Mansion 3" ist pures Vergnügen und entspannte Geisterjagd-Unterhaltung. Also das, was "Ghostbusters - The Video Game" gerne gewesen wäre. Ja, die Kult-Geisterjäger haben Spaß gemacht, das bessere Spiel jedoch ist eindeutig das mit dem kleinen grüne Klempner.

Wie bei der Remastered-Konkurrenz "Ghostbusters" läuft man auch hier mit seinem Werkzeug auf dem Rücken durch die Gegend und kann den paranormalen Antagonisten Energie rauben, indem man sie auf den Boden hämmert, sobald man sie erwischt hat. Kindgerecht und in dem Design, das wir alle über Jahre hinweg zu lieben gelernt haben. Außerdem sind Strahler und Geisterfalle bei Marios Bruder in ein und demselben Gerät verbaut. Allein dieser Fortschritt bringt den Schnauzbärtigen nach vorne.

Für alle wohl unerwartet, aber "Luigi's Mansion 3" hat mir nachhaltig den meisten Spaß gemacht und landet daher auf dem obersten Podest.

© Screenshot/Nintendo

MARCOS NUMMER ZWEI: "DEATH STRANDING" (Kojima Productions)

Was hat dieses Spiel Hass abbekommen? Der "DHL-Simulator", hieß es da bei manchen. "Paperboy 2019" oder "Walking Simulator" waren andere Meinungen. Doch all jenen sei gesagt: Dann ist "Death Stranding" eben nicht für euch gemacht. Denn das 60-stündige Werk baut - wenn auch anfangs frustrierend lange - eine Anspannung auf, die ganz kleine Momente als riesen Erleichterung erleben lassen. Ähnlich wie bei Mario-Barth-Witzen, wenn er acht Minuten braucht, um einen 20-Sekunden-Witz zu erzählen: Die Auflösung bringt Erleichterung und Freude. Man hat sich die Pointe verdient.

Und so ist es auch hier. Der Protagonist Sam Porter Bridges muss lange, nervende und desillusionierende Aufgaben erfüllen - und da gibt es für den Gamer keine Abkürzungen. Er hat mitzuleiden. Doch wenn man durchhält, dann fühlen sich Belohnungen auch wieder wie Belohnungen an - und nicht wie Teilnahme-Urkunden bei den Bundesjugendspielen.

Seien wir ehrlich, das Spiel ist nichts für den schnellen Spaß zwischendurch. Es verlangt vom Spieler, dass er sich hinsetzt, sich die Zeit nimmt und dieses postapokalyptische "Second Life" in Echtzeit erlebt. Daher kann man die Kritik verstehen von Leuten, die etwas anderes erwartet haben.

Doch wenn man sich darauf einlässt - und die absolut dämliche Monster-Energy-Dauerwerbung ignoriert - dann macht das Spiel auf seine Art Spaß.

© Screenshot/Sony Interactive Entertainment

Titelfoto: (Montage)

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