Comvalius: Ich will noch 10 bis 15 Tore schießen!

Sportchef Thomas Schmidt (links) im Gespräch mit Stürmer Sylvano Comvalius.
Sportchef Thomas Schmidt (links) im Gespräch mit Stürmer Sylvano Comvalius.

Dresden - Dynamo-Stürmer Sylvano Comvalius wurde von den Lesern der Morgenpost zum Spieler des Monats Oktober gewählt.

Am Montag besuchte der 27-Jährige die Redaktion und stand am MOPO-Telefon Rede und Antwort. Der Holländer über …

… die Wahl zur schwarz-gelben Nummer 1: „Es ist natürlich eine große Ehre, denn es zeigt, wie populär man bei den Leuten ist. Es werden Leistungen über einen längeren Zeitraum direkt von den Fans gewürdigt.“

… seine Gefühle nach dem 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers in letzter Sekunde: „Nach dem Abpfiff waren wir natürlich alle sauer. Aber schon am Tag danach beim Auslaufen war die Stimmung wieder besser und der Blick nach vorn gerichtet.

Und man muss auch sagen: Wir habe die englische Woche gut gemeistert, von drei Spielen keines verloren und als Highlight im Pokal gegen Bochum gewonnen.“

… den nächsten Pokal-Gegner Dortmund: „Ein Traumlos. Aber der Trainer hat uns gesagt, wir sollen jetzt nicht mehr daran denken. Das ist ja noch sehr weit weg. Die Vorfreude wird kommen, wenn die Partie Anfang März näher rückt.“

Vertieft ins Gespräch ...
Vertieft ins Gespräch ...

… das Thema Aufstieg: „Ich persönlich will immer aufsteigen. Aber man muss realistisch sein, 38 Spiele sind eine verdammt lange Zeit. Wir wollen natürlich die meisten davon gewinnen.

Wir sind noch nie mit dem Ziel reingegangen: Hauptsache nicht verlieren. Wenn wir in der Winterpause immer noch oben dabei sind, können wir das Ziel neu festlegen.“

… die größten Konkurrenten in der 3. Liga: „Ich sehe keine Über-Mannschaft. Nur wir selbst können uns schlagen. Klar, wir sind eine junge Truppe, aber zwei oder drei Jahre können wir damit nicht mehr kommen. Fast alle, die jetzt oben stehen, haben wir besiegt.

Vor allem auswärts sind wir couragiert aufgetreten wie in Wiesbaden oder Cottbus. Benny Kirsten hat mir bestätigt, dass es so etwas in den vergangen Jahren nicht gegeben hat.“

... seine vielen Stationen auf der ganzen Welt: „Ich hatte Berater und Kontakte, da hat sich vieles ergeben. Ich möchte keine Zeit missen. Ich bin ein kontaktfreudiger Mensch, der fast überall klarkommt. Für mich muss nicht alles perfekt sein“

… die Dynamo-Fans im Vergleich mit den Anhängern seiner bisherigen Vereine: „So viele und so laut – das gab’s so noch nicht. In Malta wohnen einfach zu wenig Leute, da kamen vielleicht 7000 zu einem Spiel. In Kuweit saßen drei Scheichs auf der Tribüne, die normalen Menschen haben zu Hause vorm Fernseher gesessen.

In China, Schottland und Kasachstan waren die Fans ebenfalls fanatisch, aber in ganz anderen, kleineren Dimensionen. Das Stadion hier mitten im Zentrum – da ist man als Fußball-Interessierter richtig dicht dran, da stimmt die Atmosphäre.

In Amsterdam haben sie eine Arena gebaut, da braucht man erst mal eine Weile, um da hin zu kommen.“

... die Stadt Dresden: „Wie schön sie ist, muss ich den Leuten hier nicht erklären. Aber auch sportlich: Die Stadt lebt den Fußball. Einige zu Hause haben mich vorher gewarnt: Das ist in Ostdeutschland, dort sind die Fans aggressiv, auch wegen Deiner Hautfarbe. Ich habe nichts Negatives erlebt, im Gegenteil.“

… seinen immer länger werdenden Rauschebart: „Auch wenn es so aussieht: Das hat keinen religiösen Hintergrund. Mir gefällt es einfach.

Vielleicht stutze ich ihn im Winter etwas. Aber nass werde ich mich nicht rasieren – das habe ich als Jugendlicher vielleicht drei Mal probiert.“

… seine zweite Heimat Surinam: „Das Land war bis 1975 eine holländische Kolonie. Mein Vater lebte bis 16 dort, mit ihm will ich in den nächsten Jahren unbedingt mal hin.

Ich habe eine doppelte Staatsbürgerschaft und vom neu gegründeten Fußballverband ein Schreiben bekommen, ob ich Interesse hätte, für das Land zu spielen. Das wäre natürlich ein Traum. 2015 soll es erste Freundschaftsspiele geben. Es existiert auch ein Projekt ,WM 2018‘. Aber das Thema dauert wahrscheinlich noch zehn Jahre.“

seinen Sohn Milan (4): „Er ist mein größter Fan, hat Trikots aller meiner Vereine der letzten Jahre.“

Fotos: Lutz Hentschel


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0