Stefan Emmerling (51) ist zurück bei RWE!

Bei der Pressekonferenz am Montag wurde Emmerling vorgstellt.
Bei der Pressekonferenz am Montag wurde Emmerling vorgstellt.  © Matthias Gränzdörfer

Erfurt - Nach dem weiteren sportlichen Misserfolg unter Trainer David Bergner, wurde dieser nun freigestellt. Der Neue ist ein alter Bekannter.

Gerade mal sieben Wochen hielt sich die neue Hoffnung von Rot-Weiß Erfurt als Trainer des Drittligisten. Nun wurde auch Bergner, der am 2. Oktober auf Stefan Krämer folgte, freigestellt. Richten soll es nun ein alter Bekannter.

Mit Stefan Emmerling kommt kein Unbekannter ins Steigerwaldstadion. Denn Emmerling trainierte bereits von 2010 bis 2012 den Tabellenletzten. Auch er wurde nach mehreren Misserfolgen abgewickelt. Danach arbeitete er bei Wormatia Worms, dem 1. FC Köln II und dem SC Paderborn. Den Drittligisten SCP musste er im April 2017 nach nur 17 Spielen wegen Abstiegsfahr wieder verlassen.

"Gespräche gab es mit Stefan Emmerling schon länger, auch in Großaspach war er schon zugegen. Nach der Niederlage sind wir uns auch schnell einig geworden", so Präsident Frank Nowag auf einer Pressekonferenz zur Trainervorstellung am Montag. Emmerling habe zudem wegen der schlechten finanziellen Situation des Vereins auf ein höheres Gehalt verzichtet.

Seine Vertragslaufzeit wurde nicht definiert. Emmerling wäre aber bereit, die Mannschaft auch bei einem möglichen Abstieg in der Regionalliga zu betreuen, sein Ziel ist aber der Klassenerhalt. Schon am Dienstag wird er das erste Mal mit der Mannschaft trainieren.

Laut Präsident Frank Nowag liefen die Gespräche schon länger.
Laut Präsident Frank Nowag liefen die Gespräche schon länger.  © Matthias Gränzdörfer

Update 17.30 Uhr: "Wir haben keine Zeit mehr" lautete die Aussage von Präsident Nowag. Doch damit meinte er sicherlich nicht nur die sportliche Situation, welche sich durch den neuen Trainer wieder verbessern soll.

Denn neben der spielerischen Talfahrt gilt es vor allem auch die finanzielle Misere in den Griff zubekommen. In der momentanen, turbulenten Zeit sei kein Platz für wirtschaftliche Experimente. Das Entgegenkommen des neuen Trainers bei den Gehaltsvorstellungen sowie die Bereitschaft mit Ex-Trainer Stefan Krämer zu einem Auflösungsvertrag seien erste gute Zeichen, so der Präsident.

Außerdem führe der Verein aktuell positive Gespräche mit potentiellen, neuen Sponsoren. Darüberhinaus sei das Bekenntnis der Stadt Erfurt zum Verein unabdingbar. Dafür würde Frank Nowag sogar "... in den Stadtrat gehen und singen".

Eine weitere Chance sehe er in einem Besuch beim DfB kommende Woche. Er wolle versuchen, neue Möglichkeiten für den momentan finanziell nicht handlungsfähigen Verein zu erwirken.

Ob dies alles bis zur Winterpause einen positiven Ausgang nimmt, ist fraglich. Gedanklich sind sich Präsident und der neue Coach einig: Man wolle zwar möglichst viele Spieler im aktuellen Kader halten, aber wenn aus sportlicher oder finanzieller Sicht ein Kicker wegmüsse, dann sei dem so.

Bezeichnend für den wirtschaftlichen Engpass war übrigens eine Randerscheinung auf der Pressekonferenz zur Trainervorstellung. Als das vorhandene Mikrofon bei jeder Frage von rechts nach links gereicht wurde, wünschte sich Frank Nowag ganz leise einen Sponsor, der vielleicht zusätzliche Mikrofone für jeden Sitzplatz stellen könnte.

Auch wenn dies mitunter nur ein Spaß war: Der Baum brennt weiterhin beim RWE und dies nicht nur aufgrund der Weihnachtszeit.

Titelfoto: Matthias Gränzdörfer


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