150.000 Euro für Stadion-Eröffnung. Das gefällt nicht allen

Anstatt 150.000 Euro für die Einweihung des neuen CFC-Stadions auszugeben, sollte der Breitensport gefördert werden, so Eishockey-Chef Hans-Jürgen Rutsatz (55.)
Anstatt 150.000 Euro für die Einweihung des neuen CFC-Stadions auszugeben, sollte der Breitensport gefördert werden, so Eishockey-Chef Hans-Jürgen Rutsatz (55.)

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Große Fete oder Sportförderung: Die 150.000 Euro teure Eröffnungsfeier des neuen Fußballstadions stößt bei Sportvereinen auf Kritik. „Es gibt angesichts der Summe ein Grummeln“ sagt Stadtsportbund-Präsident Heiko Schinkitz (59).

Der Präsident des Eishockey-Vereins ESV, Hans-Jürgen Rutsatz (55), appelliert ans Rathaus, die Eröffnungsfeier für das CFC-Stadion (Kosten: 27 Millionen Euro) eine Nummer kleiner zu planen.

Und er schlägt vor: „150.000 sollten als Sonderförderung 2016 an alle Sportvereine verteilt werden.“

Der ESV hat eine Online-Petition gestartet und schnell über 20 Unterstützer gefunden. Rutsatz: „Unser Appell richtet sich nicht gegen den Fußball.“

Das neue CFC-Stadion wird am 17. und 18. Juni eingeweiht. Die Kosten der Party sind anderen Sportvereinen zu hoch.
Das neue CFC-Stadion wird am 17. und 18. Juni eingeweiht. Die Kosten der Party sind anderen Sportvereinen zu hoch.

Auch Marcel Brandt (37), Präsident des Eisschnelllauf-Clubs Chemnitz, findet: „Das Geld sollte dem gesamten Sport zugute kommen.“

Stadtsportbund-Präsident Heiko Schinkitz, der für die Linke im Stadtrat sitzt: „Viele Breitensportler sehen die Höhe der Summe kritisch.“

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (53, SPD) verteidigt dagegen die Ausgaben. „Das Geld ist für die bauliche Ertüchtigung der Eröffnungsfeier und das Sicherheitskonzept, nicht für Buffet oder Musik.“

Wenn der Stadtrat die Fete nicht wolle, könne er sie auch absagen. Der Haushaltsbeschluss 2016, und damit die Ausgabe für die Eröffnungsfeier am 17. und 18 Juni, stehen im März auf der Tagesordnung.

AfD-Stadtrat Falk Müller (40) fordert eine feste Größe bei der Sportförderung. Eine solche gibt es auf Bestreben der Grünen in der freien Kulturszene, die fünf Prozent des Kulturetats erhält.

Gemessen am Gesamhaushalt der Stadt bekommt der Sport seit Jahren nur rund drei Prozent.

Fotos: Sven Gleisberg, Andreas Kretschel, Thomas Eisenhuth


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