Mann stirbt bei Festnahme: Was hatte er zu verbergen?

Dietzenbach/Kreis Offenbach - Es sollte eine normale Festnahme eines Tatverdächtigen werden, am Ende gab es einen Toten: Bei einem Polizeieinsatz in Dietzenbach (TAG24 berichtete) ist am Mittwoch ein 66-jähriger Mann ums Leben gekommen.

Der Verdächtige fügte sich selbst schwere Verletzungen zu, die er nicht überlebte.
Der Verdächtige fügte sich selbst schwere Verletzungen zu, die er nicht überlebte.  © DPA

Er sollte von Spezialkräften in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus verhaftet werden. Bei der Aktion habe sich der wegen eines Tötungsdelikts Verdächtige selbst schwere Verletzungen zugeführt. Er starb noch in der Wohnung, wie die Polizei berichtete.

Nähere Angaben zur Art der Verletzungen und zum Vorgehen der Spezialkräfte gab es zunächst nicht. Eine Obduktion soll die Todesursache klären.

Bei dem Einsatz entdeckten die Beamten auch einen verdächtigen Gegenstand. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um einen Sprengsatz handelt, wurden das Wohnhaus und eine nahe gelegene Grundschule evakuiert.

Experten des Landeskriminalamtes gaben wenig später Entwarnung: Es wurde kein Sprengstoff festgestellt. "Wir wussten nicht, was es ist und wollten lieber auf Nummer sicher gehen", sagte Polizeisprecher Rudi Neu.

Die Polizei sah den 66-Jährigen als Tatverdächtigen im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt. In der Straße, in der der Verdächtige wohnte, wurde Anfang Juni ein Ehepaar tot in dessen Wohnung gefunden. Zunächst gingen die Ermittler von einem erweiterten Suizid des 64-jährigen Mannes und der 61-jährigen Frau aus. Doch die Kripo hegte Zweifel. Bei den Ermittlungen geriet der 66-Jährige in den Fokus.

Weitere Ermittlungen erhärteten den Verdacht gegen den Dietzenbacher, wie die Polizei berichtete. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt beantragte einen Haftbefehl, der vom Amtsgericht Offenbach erlassen wurde.

Bei dem anschließenden Polizeieinsatz wegen des für möglich gehaltenen Sprengsatzes mussten 15 Menschen ihre Wohnungen vorübergehend räumen. Zudem mussten 250 Personen - Schüler und Lehrer - die Regenbogenschule verlassen.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.


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