Sprengstoff-Anschlag auf Freitaler Stadtrat

In Freital hat es in der Nacht zu Montag einen Anschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats gegeben.
In Freital hat es in der Nacht zu Montag einen Anschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats gegeben.

Von Matthias Kernstock

Freital - In der Nacht zu Montag hat es einen Anschlag auf das Auto des Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat in Freital, Michael Richter (39, Die Linke), gegeben.

Wie "Die Linke Region Freital" am Montag bei Facebook schreibt, "ist auf das Auto unseres Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Freital ein Sprengstoffanschlag verübt wurden."

MOPO24 erreichte Richter am Montagmorgen. Der Fraktionsvorsitzende wurde in der Nacht um 0:45 Uhr durch einen lauten Knall vor seinem Haus geweckt. Beim Blick aus dem Fenster sah er dann wohl eine schwarze Rauchwolke über seinem Golf. "Ich dachte zuerst an einen Böller hinter dem Haus. Aber dafür war der Knall und der Rauch viel zu heftig."

Sofort eilten die Einsatzkräfte nach Freital, begannen mit der Spurensicherung. "Es gab eine Explosion", bestätige Polizeisprecherin Ilka Rosenkranz. Die Polizei behandelt den Anschlag unter dem Aktenzeichen 3956/15/129110 wegen des Verdachts eines Sprengstoff-Anschlags. Das gesprengte Auto, das vor dem Haus des Fraktionsvorsitzenden geparkt war, hat die Polizei wegen kriminaltechnischer Untersuchungen beschlagnahmt.

Richter hatte vor dem Anschlag mehrere Morddrohungen erhalten. "Ich habe die Pro-Asyl Veranstaltungen in Freital mitorganisiert. Auf der Abschussliste stehe ich ganz oben", sagte Richter weiter.

Wie heftig die Explosion war, zeigen Kommentare von Anwohnern im Netz. Ein Facebook-User, dessen Wagen drei Autos weiter in der gleichen Straße stand, schreibt auf MOPO24 Dresden. "Lackschaden und komplett voller Glasscheiben gewesen."

Das Bündnis "Dresden Nazifrei" verurteilt den Anschlag bei Facebook: "Michael Richter ist gleichzeitig eines der Gesichter der Organisation für Weltoffenheit und Toleranz Freital und Umgebung, die sich in Freital seit Monaten der rechten Hegemonie auf den Straßen der Kleinstadt entgegenstellt. Wir stehen solidarisch zu Michael Richter und der Organisation für Weltoffenheit und Toleranz!"

Verletzt wurde niemand. Wie Polizeisprecherin Ilka Rosenkranz gegenüber MOPO24 sagte, gingen die Ermittlungen in alle Richtungen.

Das Operative Abwehrzentrum in Leipzig, das sich mit rechtsextremen Straftaten beschäftigt, steht in engem Austausch mit der Dresdner Polizei. "Wir prüfen derzeit, ob wir die Ermittlungen aufnehmen", so eine Sprecherin.

Im Netz wird der Anschlag heftig diskutiert. Auf einer Seite von Freitalern ist von einem "Racheakt" die Rede.
Im Netz wird der Anschlag heftig diskutiert. Auf einer Seite von Freitalern ist von einem "Racheakt" die Rede.

Fotos: Holm Helis, facebook, screenshot "Die Linke"


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