Gewaltige Finanzprobleme: Traditionsverein muss aufgelöst werden!

Palermo - Erst der Zwangsabstieg, nun die Vereinsauflösung! Der SSD Palermo, Nachfolger vom früheren italienischen Erstligisten US Palermo, steht vor dem Ruin.

Luca Toni (l).
Luca Toni (l).  © dpa/Daniel Karmann

Das meldet der italienische Journalist Gianluca Di Marzio von "Sky Italia" auf seiner Website.

Ihm zufolge hatte der frühere Vereinspräsident Maurizio Zamparini mit einer Reihe von Anwälten alles versucht, um die Insolvenz zu verhindern, sei jedoch gescheitert.

Ein Gericht in Palermo entschied, dass der Verein aufgelöst werden muss. Selbst ein Angebot von Zamparinis Sohn Andrea über zehn Millionen Euro war zu wenig, um die hohen Schulden zu tilgen.

Und sein Vater steht dabei sinnbildlich für den Niedergang des großen sizilianischen Klubs, der im Jahr 1900 gegründet wurde und 29 Jahre in der höchsten Liga spielte.

Auch unter Zamparini gab es ein Hoch. Vom 21. Juli 2002 bis zum 27. Februar 2017 und vom 4. Juli 2017 bis zum 1. Dezember 2018 war er das Oberhaupt des US Palermo.

Unter seiner Regentschaft stieg Palermo 2004 und nach 32 Jahren Abstinenz endlich wieder in die Serie A auf. Einen großen Anteil daran hatte Luca Toni mit 30 Toren. Der spätere Star des FC Bayern München traf auch in der Folgesaison noch 21 Mal in 36 Spielen, ehe er zum AC Florenz weiterzog.

SSD Palermo war eine Institution des italienischen Fußballs

Der SSD Palermo, Nachfolger vom Traditionsverein US Palermo, muss aufgelöst werden.
Der SSD Palermo, Nachfolger vom Traditionsverein US Palermo, muss aufgelöst werden.  © imago images / Pacific Press Agency

Palermo blieb durchgängig bis 2013 in der Serie A und qualifizierte sich gleich mehrfach für den europäischen Wettbewerb.

Doch nach und nach ging es bergab. Denn Zamparini entließ in seiner Ära satte 35 Übungsleiter, was ihm den unschönen Spitznamen als "Trainer-Killer" einbrachte.

Und natürlich rächte sich diese andauernde Unruhe und die kurzfristige Denkweise trotz eines teuren Kaders um Weltstars wie Edinson Cavani, Paulo Dybala oder Javier Pastore irgendwann.

Nach Zamperinis Rücktritt als Präsident blieb es dann weiter unruhig. Denn der nationale Fußballverband FIGC verurteilte Palermo wegen Bilanzfälschungen in den Spielzeiten 2014/15 bis 2016/17 zu einem Zwangsabstieg in die drittklassige Serie C.

Auch gegen Zamparini selbst laufen mehrere Verfahren. Zwar legte der Verein gegen das Urteil Protest ein, was aber nicht nur abgelehnt wurde, sondern sogar noch mit einem Zwangsabstieg in die Serie D bestraft.

Dort lief es sportlich zuletzt rund: Aus sieben Spielen wurden sieben Siege geholt. Nun ist der US Palermo allerdings endgültig Geschichte...

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