Offensiver Wechsel sichert St. Pauli-Sieg in letzter Sekunde

Hamburg - St.-Pauli-Trainer Markus Kauczinski zeigte sich nach dem 3:1-Sieg gegen SV Sandhausen am Sonntag kritisch. Die zweite Halbzeit habe der Gegner bestimmt.

Sami Allagui schoß kurz nach seiner Einwechslung das 2:1 für den FC St. Pauli.
Sami Allagui schoß kurz nach seiner Einwechslung das 2:1 für den FC St. Pauli.  © dpa/Daniel Bockwoldt
Erst in der Nachspielzeit konnten die Kiezkicker das Blatt wenden und den bereits in der ersten Halbzeit sichergeglaubten Sieg einfahren.

Zwischenzeitlich sah es nach dem Ausgleich in der 73 Minute nach einem Unentschieden oder gar Sieg der Gäste aus Baden-Württemberg aus.

Bis zum Ende sollte es eine Zitterpartie bleiben. Schließlich erlöste der erst in der 86. Minute eingewechselte Sami Allagui Fans und Teamkollegen mit dem 2:1 für St. Pauli in der 90. Minute; Christopher Buchtmann legte kurz vor Abpfiff zum 3:1-Enstand nach.

Trainer Markus Kauczinski zeigte sich nach dem Spiel glücklich und gleichzeitig sehr kritisch. "Ich check's noch nicht so ganz. Wir haben 25 Minuten super gespielt, doch nach dem Tor war das Spiel für uns neutralisiert", sagte Kauczinski.

In ersten Halbzeit war der FC St. Pauli spielbestimmend und versuchte es immer wieder von rechts. Offensichtlich eine Schwachstelle, auf die Kauczinski gesetzt hat.

Eingewechselte Spieler brachten den Sieg

Trainer Markus Kauczinski setzte auf einen offensiven Wechsel und lag damit richtig.
Trainer Markus Kauczinski setzte auf einen offensiven Wechsel und lag damit richtig.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Doch ganz anders die zweite Halbzeit. In ihr seien die Kiezkicker den Spielern aus Sandhausen nur noch hinterhergelaufen. "Wir haben in der eigenen Zone zu viel zugelassen."

Die Bälle waren zu schnell weg, es rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Robin Himmelreich, der glücklicherweise nur einen Gegentreffer einfing.

"Wir müssen lernen, unser Spiel durchzuziehen", folgerte Kauczinski. Den Sieg habe vor allem ein offensiver Wechsel gebracht. Der Trainer hatte nacheinander Henk Veerman, Richard Neudecker und Sami Allagui gegen Ende der zweiten Hälfte neu auf den Platz gebracht.

Die Strategie ging auf. Allagui schoß das 2:1 nach einer Vorlage von Veerman. Auch beim 3:1 war mit Neudecker ein Ersatzspieler an der Vorarbeit beteiligt, er spielte den Ball nach Schussversuchen von ihm selbst und Allagui auf Christopher Buchtmann, der den dritten Treffer erzielte.

Wieso es nach der guten ersten Halbzeit bis zur Nachspielzeit gebracht hat, um wieder den Sieg vor Augen zu haben, will Trainer Kauczinski nun genau analysieren. "Ich will verstehen, warum wir super anfingen, dann das Spiel aus der Hand gegeben haben", sagte er.

Dennoch kann sich die Bilanz sehen lassen: Von vier Heimspielen in der laufenden Saison der 2. Fußball-Bundesliga hat der FC St. Pauli drei Spiele gewonnen und nur eins verloren.

Am 10. Spieltag (22. Oktober) geht es gegen den MSV Duisburg; das nächste Heimspiel ist am 28. Oktober gegen Holstein Kiel.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt


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