Weißstörche verweigern die Ausreise

St. Peter-Ording - Rund um St. Peter-Ording "klappert" es laut und vernehmlich: Rund 50 Weißstörche haben darauf verzichtet in ihre angestammten Winterquartiere im Süden zu fliegen.

50 Weißstörche trotzen in St. Peter-Ording der Kälte und bleiben dem Winter über in Deutschland.
50 Weißstörche trotzen in St. Peter-Ording der Kälte und bleiben dem Winter über in Deutschland.  © DPA

Stattdessen sammelten sie sich am äußersten Zipfel von Eiderstadt: "Weil ich sie füttere", sagte Peter Marke vom Westküstenpark.

Er füttert die Störche seit Jahren: Damals hatten einige Vögel beschlossen, die kalte Jahreszeit in Nordfriesland zu verbringen, statt zu einem strapaziösen und gefährlichen Flug über tausende Kilometer nach Afrika auszubrechen.

"Da sie im Winter in freier Natur nicht genügend Nahrung finden, müssen sie gefüttert werden", sagte Marke. "Das ist wie bei den Spatzen. Die müssen auch gefüttert werden, damit sie den Winter überstehen."

Mittlerweile scheint sich sein Angebot unter den Zugvögeln "herumgesprochen" zu haben. Die Störche "haben entdeckt, wo sie leichter überwintern können", sagte Marke.

"Sonst würden sie wahrscheinlich sukzessive weiter fliegen, bis sie etwas fressbares finden."

Die Störche kommen mittlerweile auch mit dem kalten Wetter und dem Schnee in Deutschland klar.
Die Störche kommen mittlerweile auch mit dem kalten Wetter und dem Schnee in Deutschland klar.  © DPA

Spanische Müllkippen haben sich in den vergangenen Jahren bei den Weißstörchen zu einem beliebten Ziel entwickelt.

Statt in Afrika in einem großen Gebiet auf Futtersuche zu gehen, überwintern die Tiere dort im Abfall. Dort finden sie auf engem Raum genügend Nahrung.

Das ist weniger kräftezehrend und gefährlich als der traditionelle Flug nach Afrika.

"Für Zugvögel wie den Weißstorch lauern auf ihrer Reise durch Länder und Kontinente viele Hindernisse", heißt es beim Naturschutzbund Deutschland. Dazu gehört neben ungesicherten Stromleitungen und dem illegalen Abschuss unter anderem das Schwinden von Lebensräumen.

"Auch der Klimawandel setzt unseren Weißstörchen zu. Da es immer trockener wird, fehlt es zunehmend an Nahrung."

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