Staatliche Hilfe zur Altersvorsorge: Zuschüsse für Mütter

Deutschland – Eine Ausbildung, einige Jahre Berufserfahrung – und dann das erste Kind: Wenn eine Mutter für die Betreuung des Nachwuchses zu Hause bleibt, ist sie im Rentenalter finanziell oft schlecht gestellt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es Zuschüsse vom Staat.

Allerdings: Mütter müssen diese Beträge aktiv anfordern.

Frauen verzichten häufig zu Gunsten ihrer Kinder auf ihre Karriere.
Frauen verzichten häufig zu Gunsten ihrer Kinder auf ihre Karriere.  © marcisim_pixabay.com

Kinderberücksichtigungszeiten beantragen, um Altersarmut vorzubeugen

Frauen reduzieren oft ihre Arbeitszeit oder steigen sogar jahrelang ganz aus dem Job aus, um ihre Kinder großzuziehen. Im Alter kommt dann das böse Erwachen: Durch den Ausfall von Beitragszeiten droht vielen der Absturz in die Grundsicherung und Altersarmut.

So hat die OECD unlängst im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 46 Prozent weniger Rente erhalten als Männer. Die Sparkasse weist auf ihrem Finanzportal ebenfalls auf das Armutsproblem von Rentnerinnen hin.

Auch der Finanzdienstleister tecis fordert in einem Artikel auf seiner Website mehr staatliche Reformen, einen Gesellschaftswandel und mehr weibliche Eigeninitiative, damit sich die Situation ändert. Dabei verweisen die Experten von tecis auf eine neue EU-Strategie. Diese empfiehlt, die Rentensysteme für verschiedene Arbeitsverhältnisse zu öffnen, wie zum Beispiel Teilzeitarbeit und Minijobs.

In gewissem Umfang ist der Staat bereits aktiv: Um der Altersarmut bei Frauen vorzubeugen, gewährt die gesetzliche Rentenversicherung sogenannte Kindererziehungszeiten. Für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren trägt der Staat die Rentenbeiträge des Elternteils, der zu Hause bleibt und den Nachwuchs betreut.

Dabei wird der Durchschnittsverdienst aller Versicherten als Grundlage angesetzt. Der Elternteil, der das Kind hauptsächlich betreut, wird also für diesen Zeitraum so behandelt, als hätte er durchschnittlich verdient und Rentenbeiträge gezahlt.

Kinder leiden unter Armut besonders.
Kinder leiden unter Armut besonders.  © finelightarts_pixabay.com

Sind die drei Jahre ins Land gegangen, unterstützt der Staat Erziehungsberechtigte weiterhin – mit den sogenannten Kinderberücksichtigungszeiten. Mit ihnen werden Rentenansprüche erworben oder aufrechterhalten.

Die gesetzliche Rentenversicherung berücksichtigt dabei die ersten zehn Jahre nach der Geburt des Nachwuchses. Mit den Berücksichtigungszeiten werden später Rentenansprüche geltend gemacht. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass eine Mutter die Mindestversicherungszeit erreicht.

Allerdings: Mütter müssen die Anrechnung der Berücksichtigungszeit beantragen. Der Antrag lässt sich hier auf der Website der Deutschen Rentenversicherung herunterladen.

Zulagen beim „Riestern“

Wenn eine Mutter Kindergeld erhält, sind ihr auch staatliche Zulagen zu einem Riester-Vertrag sicher, sofern sie einen besitzt. Diese Regelung dient dazu, auch während der Kindererziehungszeiten private Vorsorgeansprüche zu erwerben.

Hat eine erziehende Mutter bereits eine Altersvorsorge abgeschlossen, sollte sie diese bei einem finanziellen Engpass auf keinen Fall kündigen. Tut sie es doch, gehen ihr alle Ansprüche verloren – bei einer Riester-Rente entfallen dann auch die staatlichen Zulagen.

Besser ist es, den monatlichen Sparbetrag auf fünf Euro zu reduzieren, um so den jährlichen Mindestbeitrag von 60 Euro für den Riester-Vertrag zu zahlen. Auf diese Weise verfallen die Ansprüche nicht. Wenn die Mutter wieder ins Erwerbsleben eintritt, kann sie ihre Beiträge wieder erhöhen.

300 Euro Zuschuss pro Kind

Mütter mit einem Riester-Vertrag sollten die Versicherung auf jeden Fall über die Geburt eines Kindes informieren. Der Grund: Der Staat bezuschusst den Vertrag mit 300 Euro pro Kind pro Jahr.

Der Zuschuss verringert die Sparrate: Für den Erhalt der vollen staatlichen Riester-Zulage müssen vier Prozent in den Sparvertrag einfließen. Hat eine Mutter einen Jahresbruttoverdienst von 25.000 Euro, sind das 1.000 Euro. Davon werden sowohl die Grundzulage (175 Euro) als auch die Kinderzulage (300 Euro) abgezogen.

Es bleiben also nur noch 525 Euro, die die Mutter in den Vertrag einzahlen muss – eine Sparrate von 43,75 Euro monatlich.

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