Staatsanwaltschaft ermittelt nach Unterschriften-Fälschung von AfD-Kandidatin

"Mut zur Wahrheit", dafür will die AfD eigentlich stehen.
"Mut zur Wahrheit", dafür will die AfD eigentlich stehen.  © DPA

Kreis Gütersloh - Die Freude über 120 Unterstützerunterschriften dürfte bei AfD-Kandidatin Sylvia Lillge aus Versmold nur kurze Zeit gewährt haben. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Ermittlungen gegen sie aufgenommen.

Wie sich herausstellte, hatte sich die Politikerin nämlich mindestens 22 Unterschriften heimtückisch erschlichen. Den ahnungslosen und gutgläubigen Unterschreibern soll sie ein Märchen aufgetischt haben.

So seien die Signaturen nicht für die Landtagswahl gewesen, sondern für eine bessere Ärzteversorgung in der Region. Eine dreiste Lüge! Die Betrogenen meldeten sich schließlich beim AfD-Wahlleiter und zogen ihre Unterschriften zurück.

Am Ende stand Lillge nicht mit 120, sondern nur noch 98 Unterschriften da - zwei weniger als benötigt! Außerdem wird der AfD-Kandidatin vorgeworfen, dass sie mindestens zwei Signaturen gefälscht hat. Der Skandal war perfekt!

Mit dieser Unterschriftenliste zog Sylvia Lillge durch den Kreis Gütersloh, um Unterstützer für ihre Kandidatur für den Landtag zu finden.
Mit dieser Unterschriftenliste zog Sylvia Lillge durch den Kreis Gütersloh, um Unterstützer für ihre Kandidatur für den Landtag zu finden.  © Screenshot/AfD Kreisverband Gütersloh

Deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt unter anderem wegen Fälschung von Wahlunterlagen. Im Falle einer Verurteilung erwartet Lillge eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen.

Bisher wartet die Staatsanwaltschaft in Bielefeld allerdings noch auf die benötigten Unterlagen mit den Unterschriften. Die will die AfD erst rausrücken, wenn über ihre Beschwerde gegen die Entscheidung des Kreiswahlausschusses, die Unterlagen auszuhändigen, entschieden wurde. Das geschieht erst am 13. April.

Der Kreisvorsitzende der umstrittenen Partei, Udo Hemmelgarn, steht zu seiner Genossin. Er findet die Vorwürfe "völlig absurd". "Warum sollte Frau Lillge betrügen? Sie hätte doch sowieso nie eine Chance auf einen Platz im Landtag gehabt", sagt er gegenüber dem Westfalen-Blatt.

Lillge selbst hat sich mittlerweile einen Anwalt genommen. Der stand für Fragen bisher allerdings nicht zur Verfügung.


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