Staatsanwaltschaft reagiert im Kindermissbrauchs-Skandal auf erneute Kritik

Detmold - Nach den erneuten Funden von Datenträgern auf einem Campingplatz bei Lügde hat die Staatsanwaltschaft Detmold Kritik an der Ermittlungsarbeit zurückgewiesen.

Ermittler stieße auf weitere Datenträger im Fall "Lüdge".
Ermittler stieße auf weitere Datenträger im Fall "Lüdge".  © DPA

Sämtliche dieser Funde seien als nicht beweiserheblich für das Verfahren um massenhaften Kindesmissbrauch einzustufen, teilte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Mittwoch mit.

"Die letzten Funde überwiegend veralteter Datenträger ungeklärter Herkunft besitzen keinerlei Relevanz und haben das Ermittlungsverfahren auch in keiner Weise gefördert", heißt es in der Stellungnahme, und: "Nach wie vor gilt jedoch die Einschätzung, dass die vorhandenen Beweismittel für eine Überführung der Täter ausreichen werden."

Auf dem Campingplatz in Lügde soll ein 56-jähriger Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft. Bislang wurden 40 Opfer ermittelt. Nach dpa-Informationen stammen alle Kinder aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dazu kommen noch 12 Verdachtsfälle.

Sichergestellt wurden bei wiederholten Durchsuchungen Festplatten und andere Datenträger mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86 300 Videos. 155 CDs und DVDs waren dann aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen unbekannt eingeleitet hatte. Bei Abrissarbeiten auf dem Campingplatz in der vergangenen Woche wurden erneut Datenträger gefunden.

Titelfoto: DPA

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