Nach Nazi-Aufmarsch: Staatsschutz ermittelt wegen T-Shirts gegen NPD-Chef

Nordhausen/Ostritz - Nach der Beschlagnahmung von T-Shirts auf dem Rechtsrock-Festival im sächsischen Ostritz ermittelt die Kriminalpolizei Nordhausen gegen den Thüringer NPD-Landeschef Thorsten Heise.

Ein "Sicherheitskontrolleur" der "Arischen Bruderschaft" überprüfte die Zufahrten zum Festivalgelände.
Ein "Sicherheitskontrolleur" der "Arischen Bruderschaft" überprüfte die Zufahrten zum Festivalgelände.

Er soll nach Angaben der Polizei vom Mittwoch T-Shirts, Accessoires und andere Bekleidung über einen Onlineshop vertreiben, die womöglich verfassungswidrige Logos zeigen.

Zuvor hatte die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (Linke) mitgeteilt, Strafanzeige gegen Heise gestellt zu haben.

Die Logos waren beim Neonazi-Festival "Schild & Schwert" am Wochenende in Ostritz (Sachsen) aufgetaucht. Am Samstag hatte die Polizei T-Shirts mit dem Aufdruck "Sicherheitsdienst Arische Bruderschaft" aus dem Verkehr gezogen. Heise war Veranstalter des Festivals.

Der NPD-Funktionär bestreitet die Vorwürfe und betont, das Logo sei ein "Fantasiewappen". Kleidungsstücke mit dem Emblem seien schon einmal im Jahr 2007 beschlagnahmt und später zurückgegeben worden. Thorsten Heise ist NPD-Landeschef in Thüringen und stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei.

Nach Polizeiangaben zeige das Logo zwei sich kreuzende Granaten. Es bestehe ein Anfangsverdacht, dass es ein Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation darstelle. Der Fall werde vom Staatsschutz bearbeitet. Auch die Staatsanwaltschaft sei informiert.

An dem Neonazi-Festival in Ostritz nahmen nach Polizeiangaben bis zu 1200 Menschen teil. Der Veranstalter sprach von 1000 Teilnehmern. Ein "Friedensfest", dass sich gegen die Neonazi-Veranstaltung richtete, zählte rund 3000 Teilnehmer.


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