Stadt wehrt sich gegen rechte Schläger-Kommandos

Janice Weis (25,l.) und Elisa Grobe (24) zeigen das kaputte Tor des Jugendzentrums in der Sachsenstraße. Vermummte Angreifer hatten es demoliert.
Janice Weis (25,l.) und Elisa Grobe (24) zeigen das kaputte Tor des Jugendzentrums in der Sachsenstraße. Vermummte Angreifer hatten es demoliert.

Von Doreen Grasselt

Limbach-O. - Kein Platz für den braunen Mob: Nach der neuerlichen Attacke auf das linke Jugendzentrum will Limbach sich jetzt offensiv gegen Nazis zur Wehr setzen.

25 zum Teil vermummte Angreifer hatten sich am Wochenende vorm Haus der sozialen und politischen Bürgervereinigung in der Sachsenstraße versammelt und die Bewohner bedroht. Nicht der erste Angriff. „Wir haben große Angst“, sagt Studentin Elisa Grobe (24).

In den letzten sieben Jahren musste der Verein drei Mal das Domizil wechseln. „Der erste Mietvertrag in der Helenenstraße wurde schon innerhalb des ersten Vierteljahres gekündigt, weil es da bereits 35 Übergriffe gegeben hatte“, erzählt Vereinsmitglied Janice Weis (25).

Im November 2010 legten Nazis im Haus des linken Jugendvereins in der Dorotheenstraße Feuer.
Im November 2010 legten Nazis im Haus des linken Jugendvereins in der Dorotheenstraße Feuer.

2010 brannte es im Haus an der Dorotheenstraße. Jetzt sitzt der Verein in der Sachsenstraße. Noch. „Fast jede Woche passiert etwas“, klagt Janice. „Prügeleien, eingeschlagene Scheiben. Wir müssen unsere Fenster verbarrikadieren.“

Deshalb will die Stadt jetzt für mehr Sicherheit sorgen. „Wir werden keinesfalls akzeptieren, dass ein brauner Mob die Menschen attackiert“, sagt Präventionskoordinator Dieter Oberschelp (51). Da die rechtsextreme Szene in Limbach mit Burgstädt, Hartmannsdorf, Mittweida und Leipzig koordiniert ist, solle künftig mehr Polizeipräsenz in der Stadt gezeigt werden. „Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Operativen Abwehrzentrum“, so Oberschelp.

Limbachs Oberbürgermeister Jesko Vogel (41, Freie Wähler) will bereits an Schulen gegen Nazis vorgehen: „Es gibt künftig mehr Sozialarbeit. Pädagogen werden im Hinblick auf Handlungsmöglichkeiten geschult.“

Oberbürgermeister Jesko Vogel (41, Freie Wähler)
Oberbürgermeister Jesko Vogel (41, Freie Wähler)

Fotos: haertelpress, Christof Heyden, Ernesto Uhlmann


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