Dresden will Hotel für Flüchtlinge kaufen

In das Hotel in Laubegast sollen nun doch Flüchtlinge einziehen.
In das Hotel in Laubegast sollen nun doch Flüchtlinge einziehen.

Von Dirk Hein und Torsten Hilscher

Dresden – Also doch: Die Stadtverwaltung macht aus dem ehemaligen Hotel „Prinz Eugen“ in Laubegast ein Asylbewerberheim. Dazu kauft sie die Immobilie. Das erfuhr MOPO aus Rathauskreisen.

Eigentlich sollten bereits im Februar Asylbewerber in dem Haus an der Gustav-Hartmann-Straße untergebracht werden. Anwohner gingen dagegen auf die Barrikaden. Kurz drauf machte der Hoteleigentümer einen Rückzieher. Jetzt die erneute Kehrtwende. Den Informationen zufolge will die Stadt das gesamte Hotel für 3,6 Millionen Euro kaufen. Perspektivisch sollen 115 Asylbewerber untergebracht werden. Eine offizielle Bestätigung der Stadt steht noch aus.

Auch der ehemalige Alttolkewitzer Hof an der Wehlener Straße/Alttolkewitz könnte dem Vernehmen nach ein Asylquartier werden.

Und hier die neuesten Asylzahlen für Dresden: In dieser Woche erwartet die Stadt insgesamt 51 neue Flüchtlinge. Vorige Woche nahm Dresden insgesamt 150 Asylbewerber auf.

Die Orte:

- Berliner Straße 25 (ehemaliges Hotel), Kapazität: 132 Personen

- Katharinenstraße 9 (ehemalige Feuerwache), Kapazität: 70 Personen.

Perspektivisch sollen 115 Asylbewerber untergebracht werden.
Perspektivisch sollen 115 Asylbewerber untergebracht werden.

Weitere Objekte:

Der Prohliser Schulkomplex Boxberger Straße. Dort werden jetzt beide Gebäudeteile belegt. Die Schüler der 89. Schule, die das Haus als Ausweichstandort nutzten, bleiben nun bis zur Sanierung ihres eigentlichen Schulgebäudes auf der Sosaer Straße (Niedersedlitz) in einem Objekt am Terrassenufer.

Der Plan für das Prohliser Asylobjekt sieht vor, zunächst Haus B und anschließend Haus A zu ertüchtigen. Die Kapazität wird anfangs 48 Plätze umfassen und schrittweise ausgebaut. Die ersten Asylsuchenden ziehen ab dieser Woche ein. Ab Anfang November stehen im Haus A weitere 144 Plätze zur Verfügung. Im Dezember kommen in der Boxberger Straße 96 Plätze hinzu.

Wie ist die Entwicklung seit Anfang 2015?

Dresden erhielt als Erstzuweisungen seit Januar bis einschließlich 23. Oktober insgesamt 2256 Menschen. Sie sind in verschiedenen Objekten innerhalb des Stadtgebietes untergebracht.

Die Landeshauptstadt verfügt derzeit über 16 Heime mit 1153 Plätzen und 439 Wohnungen mit 2642 Plätzen sowie drei derzeit in Betrieb genommene Interimsstandorte mit derzeit 169 Plätzen (Turnhallen) an den Standorten Ginsterstraße (59 Plätze), Schleiermacherstraße (70 Plätze) und Thäterstraße (40 Plätze).

Nach der aktuellen Prognose des Freistaats Sachsen vom September wird Dresden in diesem Jahr voraussichtlich 5365 Asylsuchende aufnehmen müssen

Allein im Dezember sollen nach internen Schätzungen rund 3000 Menschen kommen.

UPDATE, Dienstag, 17:10 Uhr: Die Stadt bestätigte am Dienstag, dass die städtische Tochter STESAD in der Aufsichtsratssitzung am Montag beschlossen hat, das Hotel zu kaufen. Bis Ende des Jahres sollen in den 47 Zimmern des Hotels etwa 115 Asylbewerber unterkommen.

Fotos: Christian Suhrbier, dpa


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