Mit über 12 Kilometer an Akten: Leipzigs Stadtarchiv zieht auf die Alte Messe

Leipzig - Leipzigs Stadtverwaltung hat mit dem Umzug des Stadtarchivs auf die Alte Messe begonnen. In sechs Monaten sollen nun alle Unterlagen von der Torgauer Straße 74 zum neuen Standort überführt werden.

Das Leipziger Stadtarchiv soll in diesem Jahr in den Sowjetpavillon umziehen.
Das Leipziger Stadtarchiv soll in diesem Jahr in den Sowjetpavillon umziehen.  © DPA

Mit dabei: mehr als 4000 Urkunden, 12.500 laufende Meter Akten, 90.000 Karten und Pläne sowie weiteres sensibles Archivgut. Das alles muss nun erfasst sowie verpackt werden und dann umziehen.

"Ich freue mich, dass es jetzt losgeht und das historische Gedächtnis unserer Stadt an eine historische Stätte umzieht", sagte Leipzigs Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörnig. "Es ist erstaunlich, welche Schätze in den über 1000 Jahren Stadtgeschichte archiviert werden konnten und sowohl uns als auch unseren Enkeln und Urenkeln zur Verfügung stehen werden.“

Der Umzug soll in mehreren Phasen erfolgen. Den Anfang macht in diesen Tagen die Meldekartei der Messestadt aus den Jahren 1955 bis 1989. Das umfasse bereits 539 laufende Meter an Karteikarten. "Dann folgen die Geburten-, Ehe- und Sterbebücher der Stadt und eingemeindeter Vororte ab 1876, etwa 440 laufende Meter Akten. Danach wird der Umzug mit den Akten der Verwaltung ab 1990 und den Kapitelakten fortgeführt (insgesamt 3650 laufende Meter Akten). Letztere sind einer der Hauptbestände des Archivs für den Zeitraum Mitte des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts", teilte die Stadtverwaltung mit.

Parallel dazu sollen über 90.000 Karten und Pläne verpackt und transportiert werden. Die ältesten Archivalien - Urkunden, Akten und Geschäftsbücher aus der Zeit vor 1830 - werden voraussichtlich im April folgen. "Die Vorstellung, dass nun jedes gut verwahrte Dokument aus der Geschichte Leipzigs auf LKWs durch die Stadt gefahren wird, ist aufregend", sagte Archivdirektor Dr. Michael Ruprecht. "Besorgt bin ich deshalb aber nicht, denn in der langen Planungsphase wurde alles gut durchdacht, sodass jede Akte, jede Urkunde ihren Platz auf der Alten Messe finden wird. Leipzig hat jetzt im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Geschichte!“

Auf der Alten Messe entsteht seit 2016 eines der modernsten kommunalen Archive Deutschlands im ehemaligen Sowjetpavillon. Das Gebäude wurde 1923/24 als Messehalle errichtet und bietet rund 8200 Quadratkilometer Platz für etwa 20 Regalkilometer, 186.000 Archivkartons und 468 Planschränke mit 7020 Schüben.

Die Bauarbeiten am sowjetischen Pavillon laufen bereits seit 2016.
Die Bauarbeiten am sowjetischen Pavillon laufen bereits seit 2016.  © DPA

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