Zoff um Frauenförderung! Grüne finden OB Jung unmodern

Die Grünen werfen Oberbürgermeister Burkhard Jung (rechts unten) eine "alles andere als Einstellung" vor.
Die Grünen werfen Oberbürgermeister Burkhard Jung (rechts unten) eine "alles andere als Einstellung" vor.  © Ralf Seegers, DPA

Leipzig - Werden Frauen in Leipzigs stadteigenen Unternehmend genügend gefördert? Um diese Frage streiten sich gerade die Grünen mit der Leipziger Stadtspitze.

Dabei geht es um die Forderung der Grünen im Stadtrat, in allen großen städtischen Unternehmen Leipzigs Frauenförderpläne aufzulegen und Frauenbeauftragte bestellen.

Anders als im öffentlichen Dienst, ist dies in kommunalen Unternehmen wie den Leipziger Verkehrsbetrieben noch nicht vorgeschrieben. Aus Sicht der Grünen ist das aber nur eine Frage der Zeit. Deshalb reichten sie im Stadtrat einen entsprechenden Antrag ein.

Und genau diesen hat die Stadtspitze um Oberbürgermeister Burkhard Jung nun in einem Verwaltungsstandpunkt abgelehnt. Kurz gesagt sieht sie keinen Bedarf. In den Unternehmen gebe es bereits "umfangreiche Gleichstellungs- und Frauenfördermaßnahmen".

Dabei verweist die Stadt beispielsweise auf die die bei der L-Gruppe festgeschriebene Frauenquote im oberen und mittleren Management von mindestens 30 Prozent.

Katharina Krefft, Fraktionschefin der Grünen, ist mit der Meinung der Verwaltung gar nicht einverstanden.
Katharina Krefft, Fraktionschefin der Grünen, ist mit der Meinung der Verwaltung gar nicht einverstanden.  © Bündnis 90/Die Grünen Leipzig

Zur L-Gruppe gehören die Wasserwerke, die Stadtwerke sowie die Leipziger Verkehrsbetriebe. Auch Konzepte zur Frauenförderung gibt es laut Verwaltung bereits. Eine gesonderte Frauenbeauftragte sei deshalb nicht notwendig.

Die Grünen bringen diese Aussagen der Stadtspitze auf die Palme. "Die ausgewiesenen Daten zum Anteil von Frauen sind eher ernüchternd. Eine Stadt, die so viel Anziehungskraft für Frauen hat, muss es auch auf einen höheren Anteil weiblicher Führungskräfte schaffen," erklärt Krefft.

"Sowohl die Universität als auch andere öffentliche Einrichtungen machen es vor, nur die Stadt meint, Frauenförderung in den Unternehmen sei nicht notwendig", ärgert sich die Fraktionschefin der Grünen.

Die starre Frauenquote allein ist aus Sicht von Krefft aber zu wenig ambitioniert. "Es reicht eben nicht, nur in der Ausschreibung auf Gleichstellung und Bestenauslese zu achten, die Unternehmen müssen auch aktiv etwas dafür tun, dass Frauen überhaupt zur Bewerbung auf Spitzenpositionen herangeführt und entsprechend gezielt qualifiziert werden. Bisher kommen sie dort nämlich leider noch nicht an", so Krefft weiter.

Doch die Verwaltung verweist bei der Frauenförderung noch auf ein anderes Problem: Während der Frauenanteil innerhalb der L-Gruppe bei 39,6 Prozent liegt, vermeldet das Klinikum St. Georg einen Spitzenwert von 80 Prozent. Das Thema Frauenförderung in städtischen Unternehmen ist also keine Einbahnstraße.


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