Tausende Pendler stinksauer: Städtebahn Sachsen stellt über Nacht den Betrieb ein

Dresden - An Sachsens Bahnsteigen standen am Donnerstagmorgen Tausende Pendler und guckten in die Röhre: denn die Städtebahn Sachsen hat über Nacht und ohne Vorankündigung den Betrieb eingestellt!

Die Züge der Städtebahn Sachsen brachte jeden Tag Tausende Pendler von A nach B. Die standen am Donnerstagmorgen ohne Vorwarnung empört an den Gleisen.
Die Züge der Städtebahn Sachsen brachte jeden Tag Tausende Pendler von A nach B. Die standen am Donnerstagmorgen ohne Vorwarnung empört an den Gleisen.  © Mike Schiller

Wie die Städtebahn Sachsen selbst in einer Presseerklärung kurz vor 7 Uhr mitteilte, sei das die unvermeidliche Konsequenz aus einem Rechtsstreit mit der Deutschen Bahn Netz AG gewesen.

"Leider muss die Städtebahn Sachsen GmbH mitteilen, dass die Städtebahn ihren gesamten operativen Betrieb in der Nachtpause vom 24.07.2019 auf den 25.07.2019 eingestellt hat", heißt es.

Teure Gerichtsprozesse haben dem Unternehmen offenbar zugesetzt, zudem hätten sich Ende vergangener Woche die Ereignisse überschlagen.

Den Kunden, nämlich den Tausenden Pendlern, dürfte das erstmal herzlich egal sein, sie standen in den Morgenstunden ohne Vorwarnung vor einem gewaltigen Problem auf dem Weg zur Arbeit.

Die Bahn verkehrt in Kamenz, Königsbrück, Pirna, Neustadt, Sebnitz, Heidenau, Altenberg und Dresden. Hintergrund der Misere soll ein seit Jahren schwelender Streit mit der DB Bahn Netz AG sein.

Dabei geht es offenbar um den schlechten Zustand des ländlichen Streckennetzes, auf der die Städtebahn Sachsen unterwegs war. So habe die DB Netz AG sich nicht ausreichend darum gekümmert, dass das Schienennetz von Pflanzen und Bäumen befreit wird.

Teure Gerichtsprozesse und Schäden an den Bahnen brachten die Bahn in finanzielle Schwierigkeiten

Das schlechte Streckennetz und die teils wildgewachsene Vegetation führten zu Schäden bei der Städtebahn Sachsen.
Das schlechte Streckennetz und die teils wildgewachsene Vegetation führten zu Schäden bei der Städtebahn Sachsen.  © Marko Förster

"Es kam hier sehr häufig und wiederkehrend zu massiven Vegetationsschäden und damit zu Zugkollisionen, die sowohl für das Anlagevermögen, als auch für die Fahrgäste eine nicht unerhebliche Gefährdung darstellen. Trotz jahrelanger Bemühungen seitens der Städtebahn Sachsen GmbH wurde hier seitens der DB Netz AG keine nachhaltige Abhilfe geschaffen", heißt es in der Pressemitteilung.

Seit 2014 seien dadurch Schäden im siebenstelligen Euro-Bereich entstanden, zudem habe man den Streit vor Gericht ausgetragen, auch das kostet Geld. Die Liquidität des Unternehmens sei so massiv belastet gewesen.

"In der Folge dessen gab es Diskussionsthemen zwischen verschiedenen Stakeholdern die nunmehr überraschend Ende der vergangenen Woche in einer rechtlichen Auseinandersetzung gemündet haben. Es gibt hier nachhaltige Indizien, dass verschiedene Interessengruppen Absprachen getroffen haben. Die entsprechenden Sachverhalte werden aktuell ermittelt, dokumentiert und aufgearbeitet", so das Unternehmen.

Dennoch sei nach Lösungen gesucht worden, um die Einstellung des Betriebs zu verhindern, doch das sei am Ende nicht umsetzbar gewesen. Auch die VVO wurde von dem Ausfall über Nacht und unvorbereitet getroffen.

Noch ist unklar, wie es auf den betroffenen Strecken jetzt weitergeht. So lange heißt es für die Pendler wohl erst einmal improvisieren.

VVO fordert Städtebahn auf, den Betrieb wieder aufzunehmen und arbeitet an einem Ersatzkonzept

Update, 10 Uhr: Wie der VVO mitteilt, arbeitet das Unternehmen gerade gemeinsam mit den regionalen Busunternehmen mit Hochdruck an einem Ersatzkonzept. Gleichzeitig machte der VVO aber auch klar: "Der VVO hat kein Verständnis für die Betriebseinstellung und erwartet, dass die Städtebahn Sachsen den Verkehr wieder aufnimmt und die Verpflichtungen des Verkehrsvertrages erfüllt!"

Fahrgäste können sich über Fahrtalternativen HIER informieren. In der Fahrplanauskunft kann unter "Erweiterte Optionen" der "Zug" ausgewählt werden. Zusätzlich informiert die VVO-InfoHotline unter 03518526555.


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