"Star Trek: Picard": Der Kult-Captain ist wieder da und beherrscht die Leinwand

München - Seit dem 24. Januar überschwemmen sie - vor allem auf Twitter - die Timelines der Serien-Fans: Memes von Sir Patrick Stewart. Grund dafür ist die frisch gestartete Serie "Star Trek: Picard" auf Amazon Prime Video.

Treffen der Generationen: "Star Trek: Picard" macht vieles richtig, was unter J J Abrams schief lief.
Treffen der Generationen: "Star Trek: Picard" macht vieles richtig, was unter J J Abrams schief lief.  © Amazon

Früher unter dem Namen "Raumschiff Enterprise" bekannt, gilt dieses Franchise hierzulande als die Mutter aller Science-Fiction-Serien. Zugegeben, die Hardcore-Nerds würden es jetzt "Raumpatrouille Orion" nennen, aber die breite Masse der "Gen X"- und "Millenials"-Generation dürfte den ersten Kontakt (hihi) mit der USS Enterprise NCC-1701-Reihe gemacht haben.

Fernab von Laserschwertern und sprechenden Waschbären verfolgte das Produkt "Star Trek" mit seinen Ablegern seine ganz eigene Erzählstruktur - und die Fans liebten es. Bis ein Mann kam: J J Abrams. Mit seinen Interpretationen spaltete er die Trekkies. Und es schien, als könnten diese tiefen Gräben niemals überwunden werden.

Man brauchte jemanden, der die Lager wieder vereint. Auf den sich alle einigen können. Einen Helden. Einen Captain. Und einen Franzosen, der perfekt Englisch spricht. Schließlich ist es Science Fiction. Und wie sang J.B.O. eins: "Was für ein Glück, ich flieg mit Jean-Luc." Seit Freitag ist der weise, weiße Mann zurück: Picard.

Die gute Nachricht zuerst: Wir befinden uns wieder in der sogenannten "Prime Timeline". Romulus ist also immer noch zerstört (was Auswirkungen auf die Serie hat), Vulkan existiert noch (wurde ja in der Kelvin-Timeline zerstört). Auf die Prime konnten sich alle Fans großteils immer verständigen.

Ebenfalls positiv: Star Trek hat schon immer aktuelle weltpolitische Geschehnisse in der Serie adaptiert. Auch hier bleiben sie ihrer Linie treu. Im Grunde könnte man nun die Föderation als intergalaktische Europäische Union interpretieren. Nur mit viel mehr Borgs.

Der Kult-Kommandant, den keiner mehr kennt

Der Charakter erlebt eine konsequente Weiterentwicklung in der Serie.
Der Charakter erlebt eine konsequente Weiterentwicklung in der Serie.  © Amazon

Star Trek war schon immer eine Mischung aus Action, Spannung und viel Mitdenken. Letzteres nimmt vor allem in den ersten beiden Folgen viel Platz ein. Schließlich muss auch sehr viel erklärt werden, was seit Picards letztem Auftritt vor 18 Jahren alles geschehen ist.

Wie sind wir da hingekommen, wo die neue Serie anfängt? Die Weiterentwicklung des Kult-Captains wirkt sehr stringent und nachvollziehbar.

Auch ist er nicht, wie manche ihn in Erinnerung behalten haben, der heldenhafte Kommandant von einst. Nein, er muss sogar erstmal den "jungen" Charakteren seinen Namen buchstabieren - weil ihn keiner kennt. Wie das halt im echten Leben auch wäre, wenn einer von vielen nach 18 Jahren in der Firma auftaucht.

Die Serie macht sehr viel Spaß. Den Fans und Interessierten wird mit dieser Serie ein sehr schönes "Star Trek" geboten. Auch wenn im Intro nichts von links in den Bildschirm reinfliegt, holt es den Zuschauer sofort in das Setting und die Stimmung, die man braucht.

Der größte Nachteil ist wohl, dass man die Serie nicht "bingen" kann, also sie sich möglichst am Stück ansieht. Denn das möchte man. Aber vielleicht ist das genau das Richtige. Jeden Freitag darauf freuen, eine neue Episode auf Prime Video erwarten zu dürfen. Weg vom Fließband, hin zur Entschleunigung. Empfehlenswert. Zumal Staffel 2 bereits bestätigt wurde - und inhaltlich auf eine dritte Staffel hinarbeitet.

Titelfoto: Amazon

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