Frau knuddelt ihre Hunde und verliert kurz darauf beide Hände und Beine

Stark County (Ohio) - Marie Trainer aus Ohio war eine gesunde Frau, als sie mit ihren beiden Hunden knuddelte. Doch kurze Zeit danach fiel sie ins Koma. Neun Tage später wachte sie am 20. Mai ohne Hände und Beine wieder auf. Was war nur passiert?

Marie Trainer machte einen traurigen Fehler (Symbolbild).
Marie Trainer machte einen traurigen Fehler (Symbolbild).  © christingasner/123RF

Erst dachten alle, dass sich die Amerikanerin eine Krankheit in Punta Cana eingefangen hatte - einem Ort in der Dominikanischen Republik, wo sie kurz zuvor Urlaub gemacht hatte. Doch zahlreiche Untersuchungen führten zu einer ganz anderen Schlussfolgerung, berichtet "CNN".

Es dauerte sieben Tage, bis die Ärzte feststellten, dass Trainer eine schwere Infektion erlitten hatte, die nicht auf eine "tropische" Reisekrankheit zurückzuführen war, wie sie zunächst vermuteten, sondern auf den Kontakt zu ihren Schäferhunden.

Die Hundeliebhaberin hatte sich das Bakterium mit dem unaussprechlichen Namen Capnocytophaga canimorsus eingefangen. Vermutlich hatte einer ihrer beiden Schäferhunde eine kleine Wunde geleckt, die Trainer hatte. Dabei wurden die Bakterien wohl übertragen.

Die Infektion breitete sich auf Nase, Ohren, Beine und Gesicht aus. "Sie hat keine Teile ihres Gesichts verloren. Aber an ihren Extremitäten musste sie operiert werden", sagte Dr. Margaret Kobe, Ärztliche Direktorin für Infektionskrankheiten am Aultman Krankenhaus in Canton, Ohio.

Capnocytophaga canimorsus nur für wenige Menschen gefährlich

Zigmal wurde Marie Trainer mittlerweile operiert (Symbolbild).
Zigmal wurde Marie Trainer mittlerweile operiert (Symbolbild).  © Franck Boston/123RF

Trainers Familie holte eine zweite Meinung ein und hoffte, ihre Gliedmaßen retten zu können. Aber die Ärzte sagten, der Schaden sei bereits angerichtet worden. Trainer hatte bisher acht Operationen und arbeitet mit Ärzten zusammen, die an ihren Prothesen tüfteln.

"Dies ist eine der schlimmsten Situationen, die wir je gesehen haben, wenn es darum geht, wie krank Menschen mit Infektionen werden können", sagte Dr. Margaret Kobe. "Sie war dem Tod nahe."

Trainer selbst ist sich sicher, dass einer ihrer Hunde einen leicht infizierten Kratzer von ihr geleckt hat. Der Fall und der Verlauf der Krankheit ist allerdings trotzdem ungewöhnlich.

Laut "CNN" kommt es selten vor, dass Capnocytophaga canimorsus beim Menschen überhaupt eine Krankheit verursacht. Die am stärksten gefährdeten Personen sind demnach Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Krebspatienten und Menschen, denen die Milz entfernt wurde.

In den USA sollen knapp drei Viertel der Hunde das Bakterium in ihrem Speichel haben, dass Marie Trainer derart zusetzte. Muss man deshalb Angst haben? Nein, nur achtsam sein. Denn es ist höchst selten, dass das Bakterium dem Menschen schadet.

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