Dresdner Theaterleute proben aus Geldnot Banküberfall

Coco Ruch (li.) zeigt eine Kostümzeichnung.
Coco Ruch (li.) zeigt eine Kostümzeichnung.

Von Katrin Koch

Dresden - Die Barock-Kostüme sind aus alten Trenchcoats. Aus den Mantelärmeln wurden Hosen. Die Wattelocken der Perücken sind auf Schlauchstücke geklebt.

Gummitischdecken und Obstglocken erfahren unvermutete Verwendung. Die Fantasie von Kostüm-Künstlerin Coco Ruch (46) kennt keine Grenzen, wohl aber das finanzielle Korsett der neuen Serkowitzer Volksoper „Präludium und Unfug“ (Premiere 14. August, Saloppe).

Deshalb bitten die drei Sänger sowie das dreiköpfige "Orchester“ der 2011 gegründeten Volksoper auf der Plattform "Startnext" bis 8. August um eine Finanzspritze für die Ausstattung ihrer Vorstellungen.

Coco Ruch kann zwar - wie man so schön sagt - aus "Sch... Bonbons machen", aber ganz ohne Geld hebt sich eben doch kein Vorhang.

Bis dato sind erst knapp 3000 Euro an Unterstützung eingegangen. "Bitte legt nach. Wir brauchen mindestens 6300 Euro, damit das Fundingziel erreicht wird", so Coco. Ansonsten bliebe nur noch ein Banküberfall, um an Geld zu kommen, beschreiben die Schauspieler mit einem Augenzwinkern in einem selbstgedrehten Werbefilm für ihr Projekt.

Währenddessen nadelt, klebt, rupft und zupft Coco an den insgesamt acht, wunderbar originellen Kostümen. Allesamt sind sie milchig bis cappuccinofarben - denn "Präludium und Unfug" vereint die Bachs Kaffee- und Bauernkantate zu einem amüsanten Bühnenstück.

Das Telefonat vor der Sparkasse stammt aus dem Bankraubvideo.
Das Telefonat vor der Sparkasse stammt aus dem Bankraubvideo.

Foto: Holm Helis


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