Fall Staufen: Nach Behördenversagen soll jetzt eine Arbeitsgruppe helfen

Freiburg - Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Jungen aus Staufen bei Freiburg legt eine Arbeitsgruppe am Donnerstag Vorschläge für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Justiz und Behörden vor.

Erst legte der 39-jährige Täter Revision ein, jetzt akzeptierte er die 12-jährige Haftstrafe.
Erst legte der 39-jährige Täter Revision ein, jetzt akzeptierte er die 12-jährige Haftstrafe.  © DPA

Verfasser des Berichts sind das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe sowie das Amtsgericht Freiburg und das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Sie hatten in den vergangenen Wochen auf lokaler Ebene untersucht, wie es zu Fehleinschätzungen, mangelndem Austausch und Versäumnissen im Umgang mit dem Fall kommen konnte. Der Junge war mehr als zwei Jahre von seiner Mutter und deren Lebensgefährten vergewaltigt und an andere Männer verkauft worden (TAG24 berichtete).

Fehlende Kommunikation zwischen verschiedenen Behörden und Gerichten hatte dazu geführt, dass das Leid des Kindes lange unentdeckt blieb. So war es vorübergehend zwar aus der Familie herausgenommen, dann aber zurück zu seinen Peinigern geschickt worden.

Hinweise der Schule auf an dem Jungen begangene Sexualverbrechen wurden nicht weitergeleitet oder als zu vage eingestuft. Ein Annäherungsverbot des einschlägig vorbestraften Lebensgefährten an Kinder wurde nicht überwacht. Die Mutter und ihr Partner waren Anfang August zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Fall hatte für Entsetzen gesorgt und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) eine umfassende Aufarbeitung angekündigt. Nach Auswertung des Freiburger Berichts nimmt auf Landesebene eine sogenannte Interministerielle Arbeitsgruppe ihre Arbeit auf.

Titelfoto: DPA


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