Staufener Missbrauchsfall: Mann steht ein zweites Mal vor Gericht

Karlsruhe - Für die Vergewaltigung eines Jungen reist er eigens an, wird vorher aber gefasst und später vom Landgericht Karlsruhe verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof bemängelt die Urteilsbegründung. Gegen den Mann aus Schleswig-Holstein muss nun erneut verhandelt werden.

Der Mann wollte offenbar ein Kind missbrauchen. (Symbolbild)
Der Mann wollte offenbar ein Kind missbrauchen. (Symbolbild)  © dpa/Patrick Pleul

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Staufen bei Freiburg, bei dem ein Junge von mehreren Tätern vergewaltigt worden war, verhandelt das Landgericht Karlsruhe am Donnerstag (9 Uhr) erneut gegen einen Mann aus Schleswig-Holstein.

Der 45-Jährige war von den Karlsruher Richtern schon im Juni 2018 zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden, nachdem er sich zum Missbrauch des Kindes verabredet hatte.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil jedoch auf: Laut BGH hatte das Landgericht nicht ausreichend begründet, warum bei dem Angeklagten keine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt.

Der 45-Jährige hatte 2017 über das Darknet, einen geschützten Bereich des Internets, Kontakt zum Lebensgefährten der Mutter des Jungen aufgenommen, um das Kind zu vergewaltigen. Zu der Tat kam es nicht. Der Mann tappte in eine Falle der Polizei, wurde in Karlsruhe festgenommen, angeklagt und verurteilt.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang von seiner Mutter und deren Partner missbraucht und anderen Männern für Sex überlassen worden. Das Paar und weitere Täter wurden dafür bereits zu langen Haftstrafen verurteilt.

Update 12.40 Uhr: Nach dem zweiten Prozess um die verabredete Vergewaltigung eines Jungen aus Staufen bei Freiburg muss der Angeklagte wohl in eine geschlossene Anstalt. Die Unterbringung in der Psychiatrie sei sehr wahrscheinlich, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Karlsruhe am Donnerstag. Das Gutachten des in nichtöffentlicher Sitzung gehörten Psychiaters sei eindeutig gewesen. Das Urteil in dem Fall wird jedoch erst an diesem Freitag (9 Uhr) gesprochen.

Der Fall wird vor dem Landgericht Karlsruhe verhandelt.
Der Fall wird vor dem Landgericht Karlsruhe verhandelt.  © dpa/Uli Deck

Titelfoto: dpa/Uli Deck

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