Stechalarm! Millionen mutierte Mosquitos freigelassen

Brasilien - In Brasilien wurden mehrere Millionen genmanipulierte Mücken freigelassen. Die Forscher des britischen Unternehmens Oxitec haben bei einem Experiment eine neue Mosquito-Art geschaffen.

Eine Stechmücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. (Symbolbild)
Eine Stechmücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. (Symbolbild)  © dpa/Patrick Pleul

Zwischen 2013 und 2015 wurden in der Region der brasilianischen Stadt Jacobina wöchentlich etwa 450.000 männliche Gelbfiebermücken freigesetzt.

In den insgesamt 27 Monaten wurden also mehrere Millionen genveränderte Insekten auf die Menschheit losgelassen.

Diese befinden sich nun auf dem südamerikanischen Kontinent in freiem Umlauf, so Scientific Report.

Ziel war es die Überpopulation der Tiere und Krankheiten einzudämmen, denn die veränderten Mücken sollen sich mit den stechenden Weibchen paaren.

Die männlichen Mosquitos geben dann ein Gen an die Nachkommen weiter, dass diese überlebensunfähig macht. Soweit der Plan.

Macht das Experiment alles noch schlimmer?

Unter anderem Gelbfieber, Dengue-Fieber und das Zika-Virus sollten so minimiert werden. Denn diese Erkrankungen werden größtenteils durch Moskitos und Stechmücken auf den Menschen übertragen.

Laut der Studie sind die Ergebnisse positiv. Ein Rückgang von 80 bis 95 Prozent der stechenden Tiere wurde verbucht, trotz der anfänglich addierten Mücken. Einige der genmanipulierten Nachkommen haben jedoch überlebt und könnten nun ein Problem darstellen. Die Insekten sind selbst mit dem eingesetzten Erbgut ausgestattet und haben eine Resistenz gegen diese entwickelt - sie sind also widerstandsfähiger.

Die weiteren Folgen des Experiments sind noch unklar, erklärt das Fachmagazin Scientific Report weiter. Und eben das stört die Kritiker.

"Die Versuche der Firma Oxitec haben zu einer weitgehend unkontrollierbaren Situation geführt. Die Firma hat ihre patentierten Mücken freigesetzt, obwohl bereits bekannt war, dass manche der Tiere durchaus in der Umwelt überleben können," so das deutsche Institut Testbiotech auf ihrer Webseite.

Eine Frau schaut sich ihren Mückenstich genauer an. (Symbolbild)
Eine Frau schaut sich ihren Mückenstich genauer an. (Symbolbild)  © 123rf/ Jens Rother

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