Nach Rücktritt: Effenberg kann Özil verstehen

Berlin - Vor drei Wochen trat Mesut Özil mit einem Rundumschlag aus der Nationalmannschaft zurück. Daraufhin haben sich viele Kritiker und Experten zu Wort gemeldet. Verständnis bekommt er vom ehemaligen Fußball-Star Stefan Effenberg, der ihn vor der WM noch aussortieren wollte (TAG24 berichtete).

Effenberg kann Özil verstehen.
Effenberg kann Özil verstehen.  © DPA

"Dazu hätte ich ihm auch geraten. Fußball muss einfach dem Spieler Spaß machen. Das wäre im Fall Özil nicht mehr möglich gewesen", sagte der frühere Kapitän des FC Bayern München in der "Bild am Sonntag".

Zugleich wiederholte der 50-Jährige noch einmal, dass er Özil wegen dessen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht zur WM nach Russland mitgenommen hätte. "Es hat zu viel Unruhe gegeben", meinte Effenberg, der vom kommenden Sonntag an in der Sport1-Sendung "Doppelpass" als Experte auftritt.

Auch Özils Nationalmannschafts-Kollege Ilkay Gündogan hatte sich mit Erdogan kurz vor der WM-Nominierung im Mai ablichten lassen. Er sei gespannt, sagte Effenberg, "wie Ilkay Gündogan beim nächsten Länderspiel empfangen wird. Die Deutschen stürzen Stars gerne vom Himmel in die Hölle."

Die beiden England-Profis vom FC Arsenal und Manchester City wurden wegen der Bilder heftig kritisiert. Während Gündogan noch vor der WM Stellung bezog, schwieg Özil zunächst.

Erst drei Wochen nach dem Vorrunden-Aus erklärte sich der Mittelfeldspieler Ende Juli via sozialer Medien und verband seinen Rücktrittt mit heftigen Vorwürfen gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB), dessen Chef Reinhard Grindel, deutsche Medien und einen DFB-Sponsor (TAG24 berichtete). Er verspüre das "Gefühl von Rassismus und Respektlosigkei", schrieb er.

Titelfoto: DPA


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