Effenberg poltert gegen Schiris: "Qualität hinterfragen"

München - Stefan Effenberg hat wieder einige Sprüche rausgehauen! Seit dieser Saison ist er als Ersatz für den langjährigen Stamm-Experten Thomas Strunz im "Doppelpass"-Team. Am Sonntagvormittag hat er beim Sport1-Fußballtalk nun sein Debüt gegeben.

Steht wieder im Fokus der Öffentlichkeit: Stefan Effenberg (l.). Symbolbild.
Steht wieder im Fokus der Öffentlichkeit: Stefan Effenberg (l.). Symbolbild.  © DPA

Als Erstes ging er nach der Videobeweis-Flut am Samstag auf die Unparteiischen der Bundesliga ein: "Man muss eventuell die Qualität der Schiedsrichter hinterfragen", sagte Effenberg zur Entscheidung, Elfmeter für die Bayern zu geben, als Franck Ribery abhob, Hoffenheims Havard Nordveit fast nicht berührte und Schiedsrichter Bastian Dankert dennoch auf Elfmeter entschied (TAG24 berichtete).

"Es ist gravierend, wenn du schon in der letzten Saison Fehler gemacht hast, versuchst diese in der Sommerpause abzustellen und machst jetzt noch gravierendere Fehler als vergangene Saison", beendete der "Tiger" sein vernichtendes Fazit.

Auch zur Kritik von Bayerns Karl-Heinz Rummenigge, der Hoffenheim vorwarf, in "Wild-West-Manier" agiert zu haben, hatte der 50-Jährige seine Meinung: "Adams hätte natürlich vom Platz fliegen müssen. Denn irgendwann macht es auch die Summe. Es war aber nicht überhart."

Auch zum zurückgenommenen Tor gegen die Bayern hatte der gebürtige Hamburger eine ganz eigene Ansicht: "Für mich ist das richtig gewesen, dass er ihn zurücknimmt, weil eben eine krasse Veränderung der Flugbahn da war", sagte er zum vermeintlichen 3:1 der Bayern, das nicht gegeben wurde, weil Thomas Müller den Ball mit der Hand abfälschte. Damit war er der einzige in der Runde, der diese Meinung vertrat.

Klopfte im "Doppelpass" einige Sprüche: Stefan Effenberg.
Klopfte im "Doppelpass" einige Sprüche: Stefan Effenberg.  © DPA
Danach regte er sich über den häufigen Einsatz des Videobeweises auf: "Das macht den Fußball kaputt", ist sich Effenberg sicher, wenn der Spielablauf so gestört wird, wie am Samstag bei der Partie VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04 (2:1).

Die erste Entscheidung, die durch den Videobeweis zustande kam, sah "Effe" als falsch an: "Das ist ein Foul und weiter geht's. Er trifft erst den Ball, dann unglücklich den Gegenspieler." Doch Matija Nastasic bekam nach seinem Klärungsversuch gegen Wolfsburgs Wout Weghorst erst Gelb, nach Ansicht der Bilder die Rote Karte.

Seinen ehemaligen Verein Borussia Mönchengladbach schätzt Effenberg stark ein: "Offensiv sind sie außergewöhnlich, viel hängt von Raffael ab. Offensiv sind sie hervorragend aufgestellt und haben hinten mit dem Torwart Sommer eine echte Bank. Wenn sie ihr Niveau halten und alle an einem Strang ziehen, bin ich sicher, dass sie die Möglichkeit haben, in den internationalen Wettbewerb zu kommen", sagte er nach Gladbachs 2:0-Sieg über Bayer 04 Leverkusen.

"Dass er sich die Zeit genommen hat, war richtig. Auch so lange, um alles genau zu beobachten, um Entscheidungen zu treffen. Er sollte den Umbruch Stück für Stück machen. Wenn man ihn an den Galgen hängen will, wird man es immer tun. Ich denke, dass Jogi Löw der richtige Mann für den Neuaufbau ist", sagte Effenberg abschließend zur Strategie des Bundestrainers Joachim Löw, sich erst am kommenden Mittwoch öffentlich zum peinlichen WM-Abschneiden zu äußern.

Titelfoto: DPA


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