Nach Aufruf zur Anti-GEZ-Demo: Verdi attackiert AfD-Politiker Stefan Räpple

Baden-Baden - Im Zuge der WDR-"Umweltsau"-Diskussion kritisierte AfD-Politiker Stefan Räpple zuletzt massiv die Öffentlich-Rechtlichen und rief auf Facebook zu einer Demo vor dem SWR-Gebäude in Baden-Baden auf. In den Mittelpunkt stellte er dabei den Protest gegen die "GEZ"-Rundfunkgebühren. (TAG24 berichtete)

Stefan Räpple ist Landtagsabgeordneter der AfD in Baden-Württemberg.
Stefan Räpple ist Landtagsabgeordneter der AfD in Baden-Württemberg.  © DPA/ Fabian Sommer

Dafür bekam er nun allerdings die Quittung von der Gewerkschaft "Verdi", die den umstrittenen Politiker scharf kritisierte.

"Dies ist kein Aufruf zu einer Demonstration, sondern ein Aufruf zur Bedrohung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SWR und ihrer Familien", kommentierte der Leiter des "Verdi"-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim, am Donnerstag.

Außerdem wirft die Gewerkschaft dem AfD-Politiker vor, "die im rechtsradikalen Spektrum gebräuchlichen Begriffe ‚Regierungsfernsehen', ‚Deutschenhass' und ‚Zwangsgebühren' für linke Propaganda zu verwenden", wie es weiter in einer Pressemitteilung von "Verdi" hieß.

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Räpple hatte bei seinem Demo-Aufruf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch als "Propaganda-Programm der Regierung" genannt.

Durch diese Äußerungen und aufgrund seiner Demo-Pläne brachte der AfD-Politiker außerdem einige Facebook-Nutzer auf die Palme.

"Mit solchen Demoaufrufen fördert die AfD Hass und Mordaufrufe gegen Journalisten und ihre Familien. Dies muss von allen Demokraten (dazu zählt nicht die AfD, denn sie will den freien Journalismus abschaffen) massiv und aktiv bekämpft werden", schrieb beispielsweise ein Nutzer.

Eine andere Userin schrieb: "Man(n) kann ja gegen die Gebühren sein und auch ruhig eine Demo organisieren. Nur wäre es wünschenswert, wenn diese nicht mit Übertreibungen und Lügen gerechtfertigt würde."

AfD-Politiker Räpple ist für Skandale bekannt. Vor einiger Zeit geriet der rechte Politiker in die Schlagzeilen, als er mit seinem Parteikollegen Wolfgang Gedeon aus dem baden-württembergischen Landtag geflogen war, nachdem sie durch mehrere Zwischenrufe auffielen.

Die Polizei führte die beiden Politiker damals aus dem Gebäude. (TAG24 berichtete)

Titelfoto: DPA/ Fabian Sommer

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