Stefanie Giesinger will Kindern in Afrika helfen und kassiert extremen Shitstorm

Berlin - Das hatte sich Stefanie Giesinger mit Sicherheit anders vorgestellt! Für ein Hilfsprojekt war die 23-Jährige ins afrikanische Malawi gereist, um Kindern zu helfen. Das kam bei ihren Followern aber gar nicht gut an.

Für ein Hilfsprojekt ist Stefanie Giesinger (23) nach Malawi gereist.
Für ein Hilfsprojekt ist Stefanie Giesinger (23) nach Malawi gereist.  © dpa/Jens Kalaene

Auf Fotos und Videos, welche sie auf Instagram postete, stellte die ehemalige GNTM-Gewinnerin das Projekt vor, teilte Eindrücke und präsentierte sich dabei beim Essen austeilen oder Selfies mit den Kindern knipsen.

Besonders eine Story sorgte für Unmut unter ihren Followern. Stefanie erklärte darin, wie begeistert die Kinder von ihrem Smartphone und der integrierten Frontkamera seien, schließlich hätten sie keine Spiegel und ihre eigenen Gesichter zum Teil noch nie zuvor gesehen.

In der Kommentarspalte hagelte es Vorwürfe wie "#whitesaviorcomplex" - Stefanie Giesinger würde sich selbst als "weiße Heldin und Retterin" inszenieren.

Im Anbetracht des Shitstorms sahen sich Stefanie und die Eiscreme-Marke Lycka, mit welcher sie für das Projekt kooperiert und im kommenden Jahr eine Eissorte auf den Markt bringen will, deren Erlöse zu 100 Prozent in die Projekte in Malawi fließen sollen, gezwungen, in einem Statement zu reagieren.

"Ich bin hier, weil ich meine Reichweite für etwas Gutes einsetzen möchte. 2019 leiden mehr als 820 Millionen Menschen an Hunger, während wir Milliarden für unsere europäischen Konsumgüter ausgeben", heißt es darin unter anderem. "Ich glaube daran, dass wir alle einen Teil dazu beitragen müssen, unsere Probleme zu lösen. Das ist meiner."

Auf Instagram ließ das Model seine Fans am Projekt teilhaben.
Auf Instagram ließ das Model seine Fans am Projekt teilhaben.  © Instagram/stefaniegiesinger

Mit diesen Worten trat Steffi jedoch gleich die nächste Welle des Shitstorms los:

  • "Ich liebs ja, wenn Influencer, deren Existenzberechtigung sich allein im Konsum begründet, meinen, durch Vermarktung von Unternehmen und Produkten 'gutes' zu tun, à la Futtern gegen den Welthunger. Wie zynisch. Spende lieber dein Geld und spar dir den Rest, denn dir scheinen strukturelle Zusammenhänge nicht geläufig zu sein."
  • "Leider hast du nichts verstanden und obwohl du dich in so einer privilegierten Situation befindest, hast du deine Ressourcen zu denen du Zugang hättest, wenn du wolltest, nicht genutzt um dich besser zu informieren."
  • "Wie kann man nur so engstirnig und narzisstisch sein? Hör doch mal richtig hin, was man an deiner ganzen Aktion kritisiert. White saviour komplex ist real und du bist das beste Beispiel dafür. Afrikanische Kinder dienen nicht deiner Selbstfindung oder Erdung."
  • "Du kannst helfen, ohne der Held der Geschichte zu sein! Das ist hier das Thema! Hör doch bitte zu!"

... lauten nur einige der zahlreichen Negativ-Kommentare.

Daraufhin meldet sich das Model nun erneut in seiner Story zu Wort: "Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich habe mich nicht ausreichend gebildet, bevor ich diese Reise angetreten habe und das war ein Fehler, ich hätte mich wirklich mehr informieren sollen über dieses extrem sensible Thema", lässt sie ihre Follower wissen. "Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen für die Art und Weise, wie ich mit Euch kommuniziert habe über das Leben der Kinder und die Schulen. Es tut mir wirklich sehr leid. Ich bin ein Mensch, ich mache Fehler, ich lerne daraus und ich wachse daraus."

Ob das Thema für ihre Follower damit auch beendet ist, wird sich wohl noch zeigen.

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