Mann erstochen und mit der Säge zerstückelt: War es Notwehr?

Steinau an der Straße/Hanau - Sie soll ihren Lebensgefährten erstochen und die Leiche zerstückelt haben - nun muss sich eine Frau vom heutigen Freitag an vor dem Landgericht Hanau verantworten.

Der Fund der Leichteile im Juni erregte bundesweit große Aufmerksamkeit.
Der Fund der Leichteile im Juni erregte bundesweit große Aufmerksamkeit.  © Hans-Hubertus Braune/Osthessen/News /dpa

Angeklagt ist die 35-Jährige wegen Totschlags. Der Frau wird vorgeworfen, ihren Lebensgefährten (47) in Steinau an der Straße im hessischen Main-Kinzig-Kreis mit einem Küchenmesser getötet zu haben.

31 Stichverletzungen wurden gezählt, einige davon im Rücken des Opfers. Danach soll sie den Leichnam mit zwei Elektro-Motorsägen in sechs Teile zerschnitten, sie in Mülltüten gepackt und im Badezimmer deponiert haben.

Sechs Tage später wurden die Leichenteile gefunden, nachdem die Frau die Polizei informiert hatte (TAG24 berichtete).

Gegenüber der Polizei sagte die Angeklagte aus, dass sie ihren Lebensgefährten aus Notwehr erstochen habe. Der Mann soll sie angegriffen haben.

Die 35-Jährige saß bereits wegen Betrug im Gefängnis. Ende 2017 wurde ihre Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt (TAG24 berichtete).

Stellungnahme angekündigt

Update, 14 Uhr: Zum Auftakt des Prozesses hat die Angeklagte eine Stellungnahme angekündigt. Über ihren Rechtsanwalt ließ sie am Freitag am Landgericht Hanau mitteilen, dass sie sich bei der Fortsetzung des Verfahrens am 21. Dezember zum Fall äußern wolle.

Zum Auftakt aber schwieg sie zu den Vorwürfen. Sie hielt sich eine Aktenordnerhülle vors Gesicht, um bei Foto- und Film-Aufnahmen nicht erkennbar zu sein.

In den Vernehmungen räumte sie die Tat ein. Ihr Verteidiger sprach am Freitag aber von Notwehr. Der Mann habe sie zuerst am Hals gepackt und sei mit einem Messer auf sie losgegangen.

Der Fall wird vor dem Landgericht Hanau verhandelt.
Der Fall wird vor dem Landgericht Hanau verhandelt.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Titelfoto: Hans-Hubertus Braune/Osthessen/News /dpa

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