"Ich wollte nicht ermordet werden": Ex-Soldat (50) muss in die Psychiatrie

Steinheim/Bad Driburg – Ein 50-jähriger Ex-Soldat lebt seit 2005 in Steinheim (Kreis Höxter). Doch auch weiterhin sieht er um sich herum nur Mörder, die er bekämpfen muss. Nun wurde er in die Psychiatrie eingewiesen.

Weil der Ex-Soldat wahllos auf Menschen losgeht, muss er in eine Anstalt. (Symbolbild)
Weil der Ex-Soldat wahllos auf Menschen losgeht, muss er in eine Anstalt. (Symbolbild)  © 123RF

Seit seiner Kindheit hörte der 50-Jährige Stimmen, die ihm befehlen, Menschen zu töten. Im vergangenen Jahr beschimpfte er in Steinheim oft Passanten oder ging mit einem Regenschirm auf sie los.

Einmal attackierte er sogar seinen Nachbarn (44), weil er dachte, dieser schaufle ihm ein Grab. "Ich wollte nicht ermordet werden", erklärte er später den Richtern. Auch während seiner Unterbringung in einer Driburger Klinik, drehte er durch und schlug auf zwei Mediziner ein. (TAG24 berichtete).

Nun ordnete das Landgericht Paderborn seine Unterbringung in der Psychiatrie an, wie die Neue Westfälische berichtete. Die Allgemeinheit müsse vor dem 50-Jährigen geschützt werden, erklärten die Richter.

Die Vorfälle seien typisch für eine "Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis", erklärte der psychiatrische Gutachter Michael Hintersdorf vor Gericht. Bleibe die Erkrankung unbehandelt, so müsse mit weiteren Taten gerechnet werden.

Die angeklagten Taten würden jedoch keine Unterbringung über mehrere Jahre rechtfertigen, da die "angewandte Gewalt im unteren Bereich lag", so Verteidiger Benedikt Klein. Er kündigte an, in Revision zu gehen.

Dann muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden, bei welchen "erheblichen rechtswidrigen Taten" eine Unterbringung in der forensischen Psychiatrie vorgesehen ist.


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