Riesiger Stellenabbau bei VW: Müssen die Sachsen um ihre Jobs bangen?

Der Volkswagen-Markenchef Herbert Diess (2.v.l) spricht in Wolfsburg (Niedersachsen) im Rahmen einer Pressekonferenz.
Der Volkswagen-Markenchef Herbert Diess (2.v.l) spricht in Wolfsburg (Niedersachsen) im Rahmen einer Pressekonferenz.  © DPA

Wolfsburg - Volkswagen will seine Belegschaft um 30.000 Mitarbeiter verkleinern! Allein 23.000 Mitarbeiter sind in Deutschland betroffen. Der Einschnitt soll den Konzern fit für den Wandel der Automobilindustrie machen. 

Parallel will VW 3,5 Milliarden Euro in den Aufbau neuer Technologien wie Elektromobilität und Digitalisierung stecken. So soll die Produktivität in den deutschen Werken bis 2020 um rund 25 Prozent erhöht werden. Für die neuen Technologien sollen 9000 neue Stellen geschaffen werden.

Markenchef Herbert Diess sagte zu dem größten Einschnitt der Firmengeschichte: „Wir bauen die gesamte Marke um, wir machen sie fit für den großen Wandel in unserer Branche.“

Bereits 2020 will die Marke Volkswagen völlig neu aufgestellt sein. Die gute Nachricht für die Stammbelegschaft: Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Aber für Leiharbeiter werde es harte Einschnitte geben.

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagte „Die wichtigste Nachricht ist: Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind sicher. Wir haben vereinbart, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen sind.“

Die Volkswagen-Vorstände Karlheinz Blessing (vl), Herbert Diess, Matthias Müller, Bernd Osterloh und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil.
Die Volkswagen-Vorstände Karlheinz Blessing (vl), Herbert Diess, Matthias Müller, Bernd Osterloh und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil.  © DPA

In Sachsen profitieren die Standorte Zwickau und Dresden von dem Reformpakt.

Der Zukunftspakt enthält Vereinbarungen für neue Fahrzeugprojekte. Die Fertigung von E-Fahrzeugen auf Basis des modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) sollen die Werke Wolfsburg und Zwickau übernehmen. 

Der erste Fahrzeugtyp auf MEB-Basis soll sogar in Zwickau gefertigt werden. Dies würde den Standort zukunftssicher machen. Offen blieb zunächst, wie es mit dem Motorenwerk in Chemnitz weitergeht.

Erst am Mittwoch hatte der neue E-Golf Weltpremiere in der Gläsernen Manufaktur in Dresden gefeiert. Er soll ab April 2017 in Dresden zusammengesetzt werden. 

Die Fertigung des E-Golfs soll zunächst im Einschicht-Betrieb erfolgen. Er rollt ebenfalls in Wolfsburg vom Band.

Titelfoto: DPA