Abschiebung in Asylunterkunft läuft aus dem Ruder: Sogar Autobahn zeitweise gesperrt

Stephansposching - In einer Asylbewerberunterkunft in Niederbayern ist die versuchte Abschiebung eines Mannes eskaliert. Ein Geflohener befreite sich aus dem Gewahrsam der Polizei, eine Autobahn wurde zeitweise gesperrt.

In einer Asylbewerberunterkunft in Bayern ist ein Abschiebeversuch eskaliert.
In einer Asylbewerberunterkunft in Bayern ist ein Abschiebeversuch eskaliert.  © DPA

Nach Angaben eines Sprechers griff bei der geplanten Abschiebung am Mittwoch in Stephansposching im bayerischen Landkreis Deggendorf ein Asylbewerber aus Nigeria die Beamten an und wurde deshalb unter weiterhin heftiger Gegenwehr durch die Polizisten in Gewahrsam genommen.

Mehrere weitere Asylbewerber, die wie der verhaftete Wortführer ebenfalls aus Nigeria stammen und selbst nicht vom Polizeieinsatz betroffen waren, störten diesen massiv.

Der Nigerianer konnte sich in der Folge wieder befreien, wurde kurze Zeit später allerdings erneut festgenommen. Die Polizei durchsuchte am Nachmittag die Unterkunft.

Für den Einsatz musste den Angaben nach für etwa 20 Minuten die direkt an der Unterkunft entlangführende Autobahn 92 gesperrt werden, weil Gefahr bestand, dass Menschen auf selbige liefen.

Der Nigerianer war von dem Vorgang eigentlich gar nicht betroffen. Die Polizei wollte eigentlich einen Asylbewerber aus Sierra Leone zur Abschiebung im Rahmen der Dublin III Verordnung nach Italien abholen - traf diesen aber nicht an.

Update 20 Uhr

Wie nun bekannt wurde, gab es im Zuge des Einsatzes 17 Festnahmen. Verletzt wurde allerdings glücklicherweise niemand.

Titelfoto: DPA

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