Etwas bremst neue Sterne aus! Wissenschaftler lüften Geheimnis

Köln / Leiden / Weltall - Kölner Wissenschaftler und weitere beteiligte Kollegen haben neue Einblicke in die Entstehung von Sternen nehmen können. Im Fokus steht der Sternenwind von neugeborenen Sternen im Orionnebel.

Ein Blick in den Orionnebel.
Ein Blick in den Orionnebel.  © NASA/SOFIA/Pabst et. al

Wie die Wissenschaftler herausfanden, soll Sternenwind eines neuen Sterns verhindern, dass weitere neue Sterne im Weltall entstehen.

Für die Astrophysiker ist das überraschend. Bislang gingen Wissenschaftler eher davon aus, dass zum Beispiel explodierende Sterne für die Regulierung neuer Sterne verantwortlich sind.

Mit einem Super-Teleskop aus einem Forschungsflugzeug gelang den beteiligten Wissenschaftler aber der Nachweis ihrer neuen These.

Die Beobachtungen legten nahe, dass junge Sterne Winde erzeugen, die das für die Entstehung neuer Sterne erforderliche Material wegwehen. Sie bremsen sie also aus und nehmen ihnen das "Futter" weg.

Die neuen Aufnahmen enthüllen erstmals, dass die starken Sternwinde jungen Sterns Theta Orionis C im Orionnebel eine große Menge Material aus der Wolke, in der der Stern entstanden ist, weggefegt hat.

Cornelia Pabst von der Universität Leiden (Niederlande), die Hauptautorin der Studie, erklärt dazu: "Dieser Wind ist für eine riesige Blase rund um die zentralen Sterne verantwortlich" Der Wind durchbreche die Wolke und verhindert so die Geburt neuer Sterne.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurde im Fachjournal Nature veröffentlicht.

Wie der Orionnebel beobachtet wird

Für die Belege nutzen die Wissenschafter um Professor Jürgen Stutzki (Uni Köln) und Leiden ein Spezial-Teleskop der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Das Teleskop hat einen Durchmesser von 2,7 Metern und ist in einer fliegenden Boeing 747 installiert. Das Forschungsflugzeug hat spezielle Messinstrumente an Bord, mit dem die Beobachtung des Orionnebels detailliert möglich ist.

Weil das Forschungsflugzeug der NASA und des DLR über den Wolken in großer Höhe fliegt, können die physikalischen Eigenschaften von Sternenwinden besser gemessen werden.

Erst im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler neue Entdeckungen im Orionnebel gemacht. Astronomen der Europäischen Südsternwarte (Eso) hatten aus detaillierten Beobachtungen des Orionnebels die Schlussfolgerung gezogen, das junge Sonnen schubweise entstehen.

Im Orionnebel fanden sie drei unterschiedliche Populationen sehr junger Sterne, wie die Eso damals mitteilte. Sie gaben bei ihrer Entdeckung an, dass sich damit das Verständnis davon, wie sich Sterne in Haufen bilden, grundlegend ändern könnte.

Der 1350 Lichtjahre entfernte Orionnebel ist eine der nächstgelegenen Geburtsstätten neuer Sterne. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Astronomen stellten ihre Arbeit im Fachblatts "Astronomy & Astrophysics" vor.

Der Orionnebel und seine Sterne.
Der Orionnebel und seine Sterne.  © G. Beccari/ESO/dpa

Titelfoto: NASA/SOFIA/Pabst et. al


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